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Gesund
07/23/2019

Schwere Beine: Was Venenbeschwerden im Hochsommer lindert

Von hoch lagern bis Rosskastanie: Mit diesen Tipps unterstützen Sie die Arbeit ihrer Beine.

von Ingrid Teufl

Im Sommer würden wir das Leben gern leicht nehmen – schwere Beine machen uns oft genug einen Strich durch die Rechnung. Schon bei normalen Temperaturen leisten die Venen Schwerarbeit, sagt Venenexpertin Renate Koppensteiner. „Sie haben die schwierige Aufgabe, das Blut zurück zum Herzen zu transportieren – gegen die Schwerkraft.“

Bei Wärme dehnen sich die Blutgefäße. Die Leiterin der Abteilung für Angiologie an der MedUni Wien erklärt: Bei nicht optimal funktionierenden Venenklappen sackt das Blut nach unten, statt nach oben gepumpt zu werden. Als Folge staut es sich in der Knöchel- und Wadenregion.

Erleichterung erhoffen sich Betroffene von vielen Methoden – von Tinkturen und Cremen über Tabletten, Tees und Tropfen bis hin zu bindegewebsstärkenden Mitteln. Doch haben sie wirklich das Potenzial, die Beschwerden zu lindern? Und was hilft wirklich?

 

Koppensteiner unterscheidet zwischen mechanischen und medikamentösen Methoden. Erstere seien effektiver, „weil sie die Wurzel des Übels bekämpfen“. Mechanisch wirken etwa Bewegung oder Kältereize. Pflanzliche Präparate aus der Apotheke wirken eher unterstützend. „Sie können Beschwerden nur mildern. Man darf nicht erwarten, dass mit einem Präparat plötzlich alles gut wird.“

 

Kreislauf
Die oberflächlichen Venen leiten Blut über Verbindungsvenen (Perforansvenen) in die tiefen Venen, von wo es zum Herz fließt. 90 Prozent des Blutes wird über die tiefen Venen geleitet.

Venenklappen
Sie sind im Inneren der Venen im Abstand von einigen Zentimetern angebracht. Das ist der Unterschied zum Arteriensystem, das das Blut vom Herz zu den Organen transportiert: Arterien besitzen keine Klappen. Die Venenklappen sind so geschaltet, dass sie den Rückfluss des Blutes verhindern. Damit arbeiten gegen die Schwerkraft. Sind sie beschädigt, kommt es u. a. zu Krampfadern.

Wadenmuskelpumpe (auch Venenpumpe)
Damit wird die Bewegung des Bluts in Richtung Herz unterstützt. Durch die Muskelbewegung verengen sich die Venen, das Blut wird nach oben gedrückt.

Äußerlich anwendbare Mittel sind wohl auch deshalb beliebt, weil sie den Anwendern „subjektiv gut tun“, heißt es in der Deutschen Apothekerzeitung. „Die wissenschaftliche Evidenz ist aber gering“, sagt Koppensteiner.

- Bewegung Wesentlich für die Funktion der Venen ist Bewegung der Beine. „Nur so wird die Wadenmuskel-Pumpe aktiviert“, sagt die Expertin. In sitzenden Berufen sollte man zwischendurch immer wieder herumgehen und in den Zehenstand kommen. Das geht übrigens auch im Sitzen, ebenso wie das Bewegen des Sprunggelenks oder die Fußwippe. Im Liegen können Sie in der Luft radfahren, um die Pumpbewegung zu fördern.

- Beine hochlagern Eine einfache, aber höchst bewährte Entlastung für die Waden: Sie sorgt dafür, dass das Blut zurückfließt und zwar mit der Schwerkraft.

- Kühlen Der thermische Reiz zählt nach wie vor zu den besten Methoden, um geschwollene Beine zu beruhigen. „Bei Kältereizen ziehen sich die Venen zusammen“, sagt Koppensteiner. Was viele Betroffene nicht wissen: Dieser Effekt hält etwa nach einer kalten Dusche der Unterschenkel (von unten nach oben) am Morgen einige Stunden lang an. Gut wirksam ist ebenfalls das seit Sebastian Kneipp bekannte Wassertreten in kniehohem, kalten Wasser. Abschwellend wirken außerdem kalte Beinwickel.

- KompressionsstrümpfeNoch immer eine der effektivsten Maßnahmen, findet Koppensteiner: „Sie unterstützen die Pumpfunktion der Venen im Alltag.“ Im Hochsommer wird man aber nur bei sehr schweren Beschwerden oder chronischen Leiden zu stützenden Strümpfen greifen.

- Venentonisierende ArzneienExtrakte, etwa aus Rosskastanie, Steinklee oder Schafgarbe sollen die Venenwände stärken und die Durchblutung fördern.

- gegen SchwellungenDiese Präparate (Ödemprotektiva), etwa aus Rotem Weinlaub, machen die Venenwände laut Hersteller weniger durchlässiger. Die pflanzlichen Mittel enthalten Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe). In die Venenwände eingelagert, verhindern sie, dass die Flüssigkeit in das umliegende Gewebe austritt.

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