Gesund
25.10.2018

Niki Lauda: Was bei einer Lungenrehabilitation passiert

Durch gezieltes Training wird die Lungenkapazität erhöht. Ärzte achten auch auf mögliche Abstoßungsreaktion.

Rund zweieinhalb Monate nach seiner Lungentransplantation konnte Niki Lauda das Wiener AKH verlassen - der KURIER berichtete. Was bei einer an den Akutaufenthalt im Spital nachfolgenden Rehabilitation passiert, erklärt allgemein der Lungenfacharzt Bernd Lamprecht. Er ist Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde des Kepler Uni-Klinikums Linz und wissenschaftlicher Leiter der unter anderem auf Lungenerkrankungen spezialisierten Rehaklinik Enns.

KURIER: Was passiert bei einem Reha-Aufenthalt von Transplantationspatienten wie Niki Lauda?

Bernd Lamprecht: Durch den langen Krankenhausaufenthalt hat die Muskelmasse stark abgenommen. Die Lunge selbst hat zwar keine Muskeln, aber ihre Funktion wird durch die Muskulatur wesentlich unterstützt. Deshalb ist ein leichtes Kraft- und Ausdauertraining ein ganz zentrales Element einer Lungenrehabilitation.

Welche Muskeln sind das?

Der wichtigste Atemmuskel ist das Zwerchfell, gefolgt von der Muskulatur am Brustkorb. Wenn wir einatmen, tritt das Zwerchfell nach unten und ermöglicht so dem Brustkorb sich auszudehnen und der Lunge ausreichend Sauerstoff aufzunehmen. Beim Ausatmen hebt sich das Zwerchfell nach oben und hilft damit, die Ausatemluft aus der Lunge zu pressen. Die Atemkapazität ist umso größer, je stärker die Atemmuskulatur ist. Aber auch die Stärkung aller anderen Muskeln ist wichtig, um die körperliche Belastbarkeit insgesamt zu erhöhen.

Gibt es spezielle Atemübungen?

Ja. Gemeinsam mit Atemphysiotherapeuten lernen die Patienten konkrete Bewegungsabläufe und spezielle Atemübungen, mit deren Hilfe sie einzelne Lungenabschnitte wieder mit Sauerstoff füllen und möglichst effizient ein- und ausatmen können. Und sie üben auch Hustentechniken, um noch vorhandenes Sekret aus den Atemwegen zu entfernen.

Was ist bei Transplantationspatienten besonders wichtig?

Frühzeichen einer möglichen Abstoßung des Organs zu erkennen – etwa durch regelmäßige Überprüfungen der Lungenfunktion und Lungenspiegelungen. Dazu ist auch eine enge Kooperation mit dem Transplantationszentrum wichtig. Und man muss darauf achten, dass sich alle Abschnitte des transplantierten Organs mit Sauerstoff füllen. Auch Ernährungsberatung und Medikamentenschulung sind wichtige Themen.