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Gesund
08/28/2019

Bei OP verrutscht: Ärzte finden Zahnprothese im Hals eines Patienten

Der Fall eines 72-jährigen Briten zeigt, warum künstliche Gebisse vor einer Operation herausgenommen werden müssen.

Acht Tage lang steckte eine Zahnteilprothese im Hals eines Mannes – diese war während einer Operation verrutscht. Das berichtet das Magazin Time unter Berufung auf einen aktuellen Artikel im Fachblatt BMJ Case Reports.

Demnach suchte der 72-jährige Brite die Notaufnahme auf, weil er Schluckbeschwerden hatte und Blut hustete. Im Krankenhaus wurden Röntgenaufnahmen der Brust angeordnet, die Diagnose: Lungenentzündung. Die behandelnden Ärzte schickten ihr daraufhin mit Antibiotika und anderen Medikamenten nach Hause.

Falsche Diagnose

Erst ein erneuter Krankenhausbesuch und eine weitere Röntgenaufnahme brachten die wahre Ursache für die Beschwerden des Mannes ans Licht: Sein künstliches Gebiss – eine Teilprothese und drei falsche Zähne – waren in den Rachen gewandert.

Das Verschwinden der künstlichen Zähne hatte der Mann zwar bemerkt, jedoch angenommen, dass er diese bei einem kleinen operativen Eingriff im Krankenhaus verloren hatte.

Vorfälle wie diese sind alles andere als selten. Beim Intubieren (Einführens einer Hohlsonde über Mund oder Nase zur Sicherung der Atemwege, Anm.) könne es vorkommen, "dass Dinge an Orten landen, wo sie nicht hingehören", erklärte Mary Dale Peterson, Anästhesistin am Driscoll Kinderkrankenhaus in Texas, dem Magazin Time.

Neben Zahnprothesen würden auch lose Zähne und Zungenpiercings Probleme verursachen, sagte Peterson, die auch Präsidentin der American Society of Anaesthesiologists ist. Hat ein Kind vor einer OP eine losen Zahn, sei es beispielsweise wichtig, diesen zu entfernen.

Mann wohlauf

Im Fall des britischen Mannes traten nach dem Entfernen des Zahnersatzes mehrere Blutungen auf, die eine weitere Operation erforderlich machten.

Rui Amaral Mendes, Kieferchirurg und Redakteur bei BMJ Case Reports, betonte, dass Patienten ihre Ärzte vor einer Operation über etwaige Problemfelder im Mundraum informieren sollten. "Bleiben Sie auf der sicheren Seite", sagte er der Zeitschrift. "Informieren Sie Ihren Arzt darüber, was in Ihrem Mund vor sich geht."

Ärzte müssten ihren Patienten wiederum aufmerksam zuhören, anstatt sich ausschließlich auf Scans und Tests zu verlassen.