© Stefan Gergely für "What the Duck"

Genuss
09/25/2018

"What the Duck": Neues Lokal am Yppenplatz

Das jüngste Lokal in Wien-Ottakring setzt auf eine Kombinationsküche zwischen China und Frankreich.

von Ingrid Teufl

Man könnte meinen, am Yppenplatz gäbe es schon genug Lokale, um die Bobo-Crowd zufriedenzustellen. Mit dem "What the Duck", das heute eröffnet, hat Quereinsteigerin Friederike Seiler dennoch noch eine weitere bunte Anlaufstelle im Shabby-Chic-Stil geschaffen. Das jüngste Lokal am Platz in der Verlängerung der Yppengasse versucht sich aber vom bunten Lokalmix abzuheben, indem es auf eine ungewöhnliche Kombinationsküche zwischen China und Frankreich setzt.

Die Location selbst ist nicht unbekannt. Ursprünglich eröffnete hier die Ottakringer Brauerei so etwas wie einen Indoor-Würstlstand, was aber nicht wirklich ankam. Dann übernahmen die Leute von "Ludwig und Adele", die seit 2013 das Foyer des Künstlerhauses kulinarisch bespielen.

Bunte Vögel

Und jetzt also Ente, Huhn, Dim Sum und Tartelettes. Das Lokal hat Seiler ganz im Farbton "Marrs" gestrichen, eine Art von Petrol. Auf den Wänden tummeln sich dschungelähnliche Pflanzen und Vögel, wie übrigens auch sonst im Lokal. Donald Duck ist ebenso vertreten, wie allerlei Federvieh, das als Standbein der Lampen fungiert. Dazu Vintage-Vogel-Volieren, die mit Blumen geschmückt sind. Alles Stücke, die Seiler in ihrer Sammelleidenschaft aus Frankreich mitgebracht hat. Nach dem Pop-up-Lokal "The Velvet Room", mit dem sie heuer im März eine ehemalige k. u. k. Kunsttischlerei bespielte, hat sie nun ihr eigenes Lokal eröffnet.

 

"From China to Ottakring - via Paris" hat die Quereinsteigerin, die im zweiten Bildungsweg bei Christiann Petz eine Kochlehre absolvierte, ihre Interpretationen zwischen Dim Sum, Ente und Tartelettes übertitelt. Das schon etwas abgelutschte Wort "Fusionsküche" hört sie zwar nicht so gerne, eine Kombinationsküche sind die Kreationen aber allemal. Die Mischung beschreibt ihre Vorlieben - die studierte Sinologin liebt die Küche Chinas ebenso wie jene Frankreichs.

"What the Duck"

In den Baozi  (gefüllte und gedämpfte Germteigtaschen, 2,50 Euro pro Stück) finden sich dementsprechend Entenconfit mit Birne und Grammeln mit Ananas. In eine der vier Wantan-Varianten (1,50 Euro pro Stück) werden Garnelen, Jakobsmuscheln, Wasserkastanie und Zitrus gefüllt. Die "Crispy Duck" (14 Euro für 1/4 des Vogels) ist dezent gewürzt, das Fleisch saftig und nicht trocken.

Am ungewöhnlichsten ist wohl das Signature Dish namens "What the Duck" (36 Euro), für das eine Ente und ein Huhn der Länge nach halbiert werden. Dann werden je ein halbes Huhn und eine halbe Ente zusammengenäht und gebraten. Klingt skurril, schmeckt durch die jeweilige Würzung aber gar nicht schlecht. So perfekt wie beim französischen 3-Sterne-Koch Alain Passard Restaurant Arpège) schaut das Ergebnis am Tisch in Wien-Ottakring nicht aus, aber das will Friederike Seiler auch gar nicht. Das Gericht sei die "bescheide Hommage" an den großen Koch. 

 

Bei den Desserts lässt sich der französische Schwerpunkt nicht verhehlen: Eclairs (3,50 Euro) werden mit Haselnuss und Schoko gefüllt, die Vanille-Variante mit einem Hauch von Matcha. Ähnlich sind auch die Tartelettes (4 Euro) aufgebaut: Matcha wird mit Yuzu kombiniert, was wieder für Zitrusfrische sorgt. Am traditionellsten schmeckt das feine Mürbteig-Törtchen wohl in der Variante mit Zwetschken und Baiser.

Auch auf der Getränke-Karte werden Frankreich-Fans fündig werden. Neben Cremant gibts natürlich Champagner sowie eine große Auswahl an Weiß- und Rotweinen (Flaschen ab 20 Euro) Und neben Klassikern wie Pastis, Calvados oder Armagnac fehlt bei den Alcoholika natürlich der derzeit allgegenwärtige Gin Tonic nicht. Im "What the Duck" serviert man ihn als House Special - das heißt, zu Gin und Tonic kommen noch besondere Kräuter- Zitrus und Tee-Infusionen (je 8,50 Euro). Das kann etwa Jasmin, Bergamotte oder Zitronen-Verbene sein.