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Jahrgang 2012
02/27/2013

Weniger Wein, aber vom Besten

Das österreichische Weinjahr 2012 freut Genießer und Winzer, nicht aber die Jäger nach dem kleinsten Preis.

Fassproben bei einigen der relevanten Winzer der Wachau und des Kremstals am Ende des Vorjahres ließen bereits mit einer doch ungewohnten Zuversicht in die Zukunft blicken. Es waren nicht die Aussichten auf den Winter, die gute Laune machten, sondern das, was in den Gläsern schimmerte.

Glückliche Winzer, viel versprechende Fassproben

Im Mikrokosmos der Wachau und des Kremstals (aus dem Kamptal hört man ähnliches) scheint die Qualität des Zwölferjahres die des auch recht gut bewerteten 11ers noch um einiges zu übertreffen.

Bei der Menge hingegen verhält es sich umgekehrt. Während die Freunde österreichischer Weine beim Jahrgang 2011 ganz und gar keine Angst vorm Verdursten haben mussten, pflegt der Jahrgang 2012 ein extremes Understatement, was die Zahl der ab zufüllenden Flaschen angeht.

Warum? Ein böser Spätfrost im Mai brachte insbesondere für Niederösterreich starke Einbußen. Weil die Wettergötter ansonsten gütig und gnädig waren, passte es aber dann am Ende doch sehr mit der Qualität. Und zwar österreichweit.

Schönes Wetter, schöne Weine

Während der Proben hörte man die Wachauer Winzer immer wieder vom tollen Traubenmaterial schwärmen, das sie während der Ernte einbrachten. Botrytistöne bei Riesling-Smaragden sind vermutlich dieses Jahr eher die Ausnahme. Sie kommen bekanntermaßen von einem Edelschimmel an den Trauben, der durch feuchtes Wetter begünstigt wird. Die Grünen Veltliner werden durch die Bank toll, die Rieslinge zeigen sich - vielleicht frühjahrsbedingt - noch etwas verschlossen. Alles eine Frage der Zeit.

Struktur, Frucht und Alkohol

Auch im Burgenland (Leithaberg mit seinen herrlichen Muschelkalk-Chardonnays) zeigt man sich glücklich über die Qualität der Weißweine und der Süßen aus Rust und dem Seewinkel. Weil es Ende Oktober plötzlich richtig kalt wurde, gelang im Jahr 2012 auch ein Eiswein.

Wer eine Flasche vom 12er entkorkt, darf mit fruchtigen Weinen rechnen, die mit nicht zu viel, aber ausreichend Säure ausgestattet sind. Kühle Nächte im September brachten den Weinen Struktur. Das bekommt Sorten wie dem Welschriesling oder dem Gelben Muskateller sehr gut.

Etwas zugelegt haben manche Weiße dieses Jahrgangs aber auch beim Alkohol. Leichte steirische Sauvignon blancs oder Morillons - man wird sie nicht an jeder Ecke finden. Was auch für den oben erwähnten Leithaberg und andere burgenländische Weinbaugebiete gilt.

Guter Rotweinjahrgang, die Dritte

Das Wetter war auch gut zu den Rotweinwinzern. Besonders in den Cool-Climate-Regionen wie in Teilen Niederösterreichs oder am Leithaberg sind sehr gute Qualitäten zu erwarten. In allen anderen Rotweingebieten Österreichs hat man farbtiefe, tanninhaltige und angenehm balancierte Rotweine abgefüllt oder wird das im Laufe der kommenden Monate tun. Ein guter Jahrgang also, wahrscheinlich sogar ein sehr guter Jahrgang. Ob er ähnliche Haltbarkeit aufweist wie die großen Jahrgänge 2009 und 2011 - das wird sich allerdings erst während der nächsten Jahre zeigen.

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