Genuss
18.09.2017

Weingut erweitern: Winzer entdeckt Crowdfunding

Der Weinviertler Winzer Christoph Körner braucht für den Umbau des Weinguts Dürnberg frisches Geld: Via Crowdfunding gibt's im Austausch viel Wein für Geldanleger.

Ein Investment für Weinfreunde – früher wäre man zur Bank gegangen, heute suchen kreative Geschäftsleute frisches Kapital über Crowdfunding. Der Weinviertler Winzer Christoph Körner aus Falkenstein möchte das 600 qm² Gebäude auf seinem Weingut auf 2.500 qm² erweitern: Der Umsatz des Weinguts Dürnberg in Falkenstein hat sich seit 2008 verachtfacht, aus diesem Grund wollen der Winzer und seine Partner, Georg Klein und Matthias Marchesani, klotzen statt kleckern. Noch heuer soll der Umbau starten: Das Investitionsvolumen für die erste Phase soll zu einem Teil über das Crowd Investment eingebracht werden. Bis zur Ernte 2018 soll der Umbau von Produktionsstätte, Büros, Lager und Sozialräumen abgeschlossen sein.

Startschuss für das Crowd Financing über die Plattform1000x1000.atist Montag, der 18. September, derzeit fehlen noch 148.000 Euro. "Wir möchten den Kontakt zu unseren Kunden vertiefen und in dieser schnellen und virtuellen Welt wissen, wer sie sind. Über den Club Dürnberg und das Crowd Financing wollen wir eine persönliche und langfristige Beziehung zu unseren Weinfreunden aufbauen", erklärt Körner. Und das gibt es für Ihr Geld: Drei verschiedene Club-Dürnberg-Pakete ab 500 und 1000 sowie um 5000 Euro können mit einer jährlichen Darlehensverzinsung von 2,5 Prozent und weiteren umfassenden Leistungen für eine Laufzeit von fünf Jahren erworben werden. Je nach Package gibt es diverse Goodies wie Einladungen auf das Weingut zur Verkostung, Rabatt im Online-Shop oder Vorkaufsrecht von Sondereditionen.

Region unterstützen: Baumaterialien aus der Umgebung

Körner hat das Weingut rund 20 Jahren gegründet und führt es gemeinsam mit seinen Jugendfreunden, die sich um Marketing und Verkauf kümmern. Das Trio bewirtschaftet auf den Falkensteiner Klippen 60 Hektar Rebfläche, die rund 200 Meter höher liegt als die Weingärten der umliegenden Gemeinden. Kühle Westwinde lassen die Trauben entsprechend spät und laut dem Winzer besonders aromatisch reifen. Die weißen Hauptsorten des Winzers sind Grüner Veltliner, Riesling und Weißburgunder.

Verantwortlich für dem Umbau wird der Kremser Architekt Thomas Tauber sein, der unter anderem die Planung der Weingüter F.X. Pichler in der Wachau und Stadt Krems im Kremstal übernommen hatte. Tauber will die Baumaterialien aus der Umgebung beziehen und örtliche Unternehmen einbinden, um die Wertschöpfung in der Region zu halten. Im Idealfall soll das Gebäude auf dem Weingut künftig keine Energie verbrauchen, sondern wie ein Plus-Energiehaus einen Überschuss produzieren.