Heimische Erdbeeren sind heiß begehrt.

© dpa-Zentralbild/Hendrik Schmidt

Rotes Früchtchen
05/18/2015

Warum heimische Erdbeeren heuer früher reif sind

Wissen: Sie sind gar keine Beeren und manche heißen Ananas.

von Ingrid Teufl

Der relativ frühe Erntebeginn heuer ermöglicht den burgenländischen Erdbeeren einen großen Auftritt beim Song Contest, wo beim Buffet saisonale und vor allem regionale Produkte kredenzt werden sollen.

Doch auch ohne das Großevent zählen sie zu den beliebtesten Früchten der Österreicher. Besonders aus heimischem Anbau, wie Karin Silberbauer von der AMA (Agrarmarkt Austria) betont. Nicht zuletzt, weil ihr Genuss unweigerlich den Frühsommer einläutet. Ein Grund, das Erdbeer-Wissen etwas aufzufrischen.

Bestseller

Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch der Österreicher liegt bei drei Kilogramm pro Jahr. Damit zählen Erdbeeren zu den am meisten verkauften Obstsorten. Im Lebensmittelhandel wurden 2014 9.900 Tonnen gekauft (Bioanteil 3 Prozent), 2.100 Tonnen entfallen auf Vertriebsquellen wie Direktvermarktung oder Selbstpflück-Felder. Die meisten kommen aus Niederösterreich, wo sie auf 456 Hektar wachsen.

Scheinfrucht

Was gemeinhin als Frucht bezeichnet wird, ist nur eine Scheinfrucht. Die eigentlichen Erdbeeren sind nämlich die kleinen Samen, die außen drauf sitzen. Daher zählen Erdbeeren botanisch gesehen auch gar nicht zu den Beeren, sondern zu den Sammelnussfrüchten. Und die wiederum zu den Rosengewächsen.

Vielfalt

Dutzende bis hunderte Sorten gibt es. Sie unterscheiden sich in Farbe, Form, Geschmack und Reifezeitpunkt. Kultiviert werden aber nur wenige Sorten. Zu den beliebtesten (vor allem im Handel) zählt derzeit laut AMA etwa "Elsanta", weil sie u.a. lange haltbar ist. Mit "Alba", "Clery" (früh) und "Florence" (spät) lässt sich die Saison nach vorne und hinten verlängern. Im privaten Anbau erlebt die fast vergessene, höchst aromatische "Mieze Schindler" eine Renaissance. Ihr Züchter benannte sie 1925 nach seiner Ehefrau. Mit Klettererdbeer-Sorten gelingt die Aufzucht sogar am Balkon.

Ananas

Mit diesem missverständlichen Namen werden Erdbeeren vielerorts noch immer umgangssprachlich bezeichnet. Er stammt von der sogenannten "Ananas-Erdbeere" (auch Garten- oder Kulturerdbeere). Sie ist allerdings nicht mit der ungewöhnlichen Züchtung "Pineberry" zu verwechseln, die wie ein Albino mit einer reinweißen Frucht und roten Samen ausgestattet ist.

Geschmack

Süß und aromatisch sollen sie schmecken – oft sind sie aber nur fad und wässrig. 360 geschmacksrelevante Substanzen stellten Geschmacksforscher in der Erdbeere fest. Die Aromaflucht beginnt zwar bereits mit dem Ernten, dennoch gilt die Faustregel: Je weniger Sonne und je früher geerntet, desto weniger Geschmack. Durch die zahlreichen Züchtungen haben sich über die Jahrhunderte viele Aromen verflüchtigt. Doch auch unser Geschmack verändert sich durch zugesetzte, oft künstliche Aromen wie etwa in Erdbeerjoghurt. Forscher fanden heraus, dass es im Schnitt eine Saison Geschmacksschulung braucht, bis ursprünglicher Erdbeergeschmack wieder erkannt wird.

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