Genuss
13.04.2017

Stimmt's: War mein Schoko-Osterhase ein Nikolo?

Der KURIER fragte bei den großen Schokoladeherstellern Manner und Milka nach, was sie zu dem Mythos sagen, dass zu Ostern die übrig gebliebenen Schokoladen-Nikolos und der süße Christbaumschmuck eingeschmolzen werden.

Bereits einen Tag nach Nikolo oder nach dem Ostersonntag kommen die speziellen Süßigkeiten zu Aktionspreisen in den Verkauf – diese werden meist recht nahe bei der Supermarktkasse platziert. Seit vielen Jahren hören Naschkatzen immer wieder, dass zu Ostern die Schoko-Nikolos beziehungsweise zu Nikolo die Schoko-Osterhasen eingeschmolzen werden: Aber welche Produktionsfirmen machen das und ist das technisch überhaupt machbar? Der KURIER fragte bei den großen Schokoladeherstellern Manner und Milka nach.

"Dass die Schokolade der Osterhasen eingeschmolzen wird und Nikolos für das Weihnachtsgeschäft daraus gemacht werden, ist ein Mythos. Natürlich wäre es technisch möglich, aber Manner macht das auf gar keinen Fall und hat es auch in der Vergangenheit nicht getan", erklärt Manner-Verkaufsdirektor Mathias Walser. Die Wiener Waffel-Manufaktur produziert die Schokolade aufgrund der hohen Qualitätsansprüche von der Bohne weg selbst.

Warum das Unternehmen die Nikolos, Krampusse und den süßen Christbaumschmuck nicht einschmilzt, wenn es doch technisch geht? "Die Qualität der Schokolade würde durch das Wieder-Einschmelzen derartig leiden, dass sie – zumindest für Manner – nicht mehr verkaufbar wäre. Auch der Aufwand, die Ware zurückzunehmen, sie zu entpacken, zu temperieren und wieder aufzubereiten steht in keinem wirtschaftlichen Verhältnis."
Auch Milka schmilzt die alten Nikolos nicht ein, heißt es aus der Firmenzentrale: "Zur Produktion der beiden Figuren werden unterschiedliche Hohlfiguren-Formen und selbstverständlich auch für die jeweilige Saison frisch produzierte Schokolade verwendet. Schließlich müssen wir sicherstellen, dass die Qualität der Schmunzelhasen stimmt."

Osterhasen für Österreichs Sozialmärkte

Damit erst gar nicht große Mengen von saisonalen Produkten übrig bleiben, plant Manner gemeinsam mit dem Handel vor. Walser: "Ware, die bei uns zu viel produziert wurde – bei Ostern ist das im einstelligen Prozentbereich der Gesamtware – wird auf verschiedenen Kanälen untergebracht. Ein Teil wird an Sozialmärkte vergeben, ein anderer Teil gespendet oder in den Manner-Shops abverkauft. Osterhasen, die nicht ganz so perfekt sind, denen zum Beispiel ein Ohr fehlt, werden in unseren Manner Werksshops als Bruchware günstiger verkauft."
Was passiert bei dem lila Konkurrenten mit den Schoko-Osterhasen? Milka belieferte bereitsvor OsternSozialmärkte in ganz Österreich mit schokoladigen Osterprodukten, wo diese zu leistbaren Preisen für Menschen mit geringem Einkommen angeboten werden. Zusätzlich verteilte auch heuer ein Milka-Mitarbeiter im Schmunzelhasen-Kostüm in der Karwoche in einem ausgewählten Wiener Sozialmarkt rund 2.000 Schmunzelhasen an die Kunden und sorgte so für Osterstimmung.