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Silvester
12/31/2016

Was Sie über Sprudel wissen müssen

Ein kleines Lexikon für alle, die wissen wollen, wie sich Sekt von Champagner unterscheidet und was Flaschengärung bedeutet.

von Anita Kattinger

Die Österreicher leeren 23,5 Millionen Flaschen Sekt und 1,4 Millionen Flaschen Champagner im Jahr. Laut dem Marktforschungsinstitut IWSR & AC Nielsen trinken wir in den Wochen vor dem Jahresende die Hälfte der Gesamtjahresmenge, alleine am Silvesterabend werden hierzulande zwei Millionen Flaschen Sekt geleert.

Der Trend geht Richtung Rosa: Jede zehnte verkaufte Flasche ist ein Rosé-Produkt. Und wie beim Wein bevorzugen wir österreichischen Sprudel, allerdings mit einem geringeren Absatz: Innerhalb des gesamten Schaumweinmarkts weist "österreichischer Sekt" einen Anteil von rund einem Drittel auf.

3.000 Winzer bauen ausschließlich für Schaumweinhersteller an. Zehn Prozent der Rebflächen werden versektet – das sind 4.600 ha. Neben prominenten Platzhirschen wie Schlumberger, Inführ, Szigeti und Kattus gibt es in Österreich 120 Sektbetriebe und engagierte Winzer wie Bründlmayer und Steininger, die sich auch in diesem Bereich einen Namen gemacht haben.

Sendung mit der Maus: Was ist Champagner?

Was ist Sekt bzw. Schaumwein?
Wein mit Kohlensäure: Der Alkoholgehalt muss mindestens zehn Prozent betragen. Ein Sekt muss gesetzlich mindestens drei bar haben, um die Bezeichnung Sekt tragen zu dürfen. Meistens haben die Produkte – vor allem jene mit traditioneller Flaschengärmethode – durchschnittlich 5-6 bar.

Reift Sekt nach?
Die Lagerung erfolgt beim Hersteller auf der Hefe – ein Sekt wird nach Auslieferung nicht besser. Viele Hersteller garantieren, dass eine kleine Falsche rund drei Jahre ohne Qualitätsverlust gelagert werden kann. Mit den Jahren können sich Farbe und Geschmack verändern, aber wie Wein hat Sekt kein Ablaufdatum.

Woher kommt der Name?

"siccus" bedeutet im Lateinischen trocken. In Italien entstand der Begriff "vino secco" und in Spanien "vino seco". Engländer bezeichneten trockenen Sherry als "sack". Der deutsche Schauspieler Ludwig Devrient soll zwischen 1815 und 1825 jeden Abend in einer Weinstube Champagner getrunken haben. In seiner Paraderolle Falstaff in Shakespeares Heinrich IV trank er stets "sack". Nach einer Vorstellung soll er sich versprochen haben und statt Champagner "sack" bestellt haben: "Bring er mir Sekt, Bube – ist keine Tugend mehr auf Erden?". Aber statt Sherry brachte der Kellner wie jeden Abend Champagner. Danach soll sich der Begriff rasch verbreitet haben.

Seit wann gibt es Sekt?
Die ersten Aufzeichnungen datieren auf das Jahr 1544. Damals produzierten französische Mönche der Abtei Saint-Hilaire den Schaumwein Blanchette de Limoux. Sie füllten nicht gänzlich vergorenen Wein in Flaschen ab, wo dieser weiter vergärte und Kohlensäure bildete. Bei dieser "Méthode Ancestrale" war der Schaumwein noch trüb und enthielt wesentlich weniger Kohlensäure als heutiger Sekt.

Wie soll er gelagert werden?

Auch wenn liegende Flaschen Expertenwissen vermuten lassen, sollen Sektflaschen stehend gelagert werden, da der Sektkorken keine Feuchtigkeit benötigt, da er gepresst wurde und ohnedies luftdicht abschließt.

Wie kühl muss er sein?
Die ideale Trinktemperatur von weißem Sekt liegt bei 5-7°C, von Rosé bei 6-8°C und von rotem Sekt bei 7-9°C. Die Serviertemperatur sollte etwas niedriger sein. Wird Sekt zu stark gekühlt, kann sich sein Bukett allerdings nicht richtig entfalten. Rund zwölf Stunden sollte der Sekt im Kühlschrank gekühlt werden.

Was ist das richtige Glas für Sekt?

Aufgrund der besseren Aromenentfaltung bevorzugen Experten Weißweingläser: Zwar kommt die Perlage darin optisch weniger deutlich zum Ausdruck, dafür entfalten sich die Aromen darin besser.

Was ist Champagner?
Die Bezeichnung Champagner ist markenrechtlich geschützt. Trauben aus der Champagne werden von Hand gelesen und mindestens 15 Monate gelagert. Andere Schaumweine werden als Sekt bezeichnet.

Seit wann darf Sekt mit Flaschengärung nicht als Champagner bezeichnet werden?
Seit dem Friedensvertrag von Versailles im Jahr 1919 ist die Bezeichnung den Produzenten in der Champagne vorbehalten. Die Bezeichnung "Méthode Traditionnelle" ist in Österreich die offizielle Bezeichnung für Produkte, die nach der Champagner-Methode hergestellt wurden, aber nicht aus der Champagne stammen.

Was ist Prosecco?

Prosecco ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung für italienische Schaumweine (Spumante) und Perlweine (Frizzante) aus Venetien und Friaul Julisch Venetien. Früher war Prosecco eine Rebsortenbezeichnung.

Was ist Frizzante?
Frizzante ist die italienische Bezeichnung für Perlwein mit geringem Kohlensäuregehalt (bis 2,5 bar Druck). Frizzante werden oftmals auch mit künstlich zugeführter Kohlensäure hergestellt. Unter dem Begriff Secco erfährt er in Österreich eine Renaissance.

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