Pressefahrt "Brandenburgische Ernährungswirtschaft"

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Leben Essen & Trinken

Sarah Wiener kritisiert Mandelmilch und erntet Shitstorm

Die Fernsehköchin wird in sozialen Medien beschimpft, weil sie industrielle Mandelmilch kritisiert hat.

von Laila Docekal

01/17/2019, 11:32 AM

"Leider enthält industriell hergestellte Mandelmilch nur ca. 2% Mandeln, dafür aber Stabilisatoren und Emulgatoren, damit sich Wasser und Fett nicht trennen. Außerdem ist sie häufig mit Zucker angereichert und ultrahocherhitzt." Mit einem Facebook-Posting über industriell hergestellte Mandelmilch und dem Link zu einem Stern-Artikel, der erklärt, warum Mandelmilch keine bessere Alternative zu Kuhmilch ist, hat sich die TV-Köchin Sarah Wiener in die Nesseln gesetzt - es hagelte Kritik und Beleidigungen von erzürnten Pflanzenmilch-Fans.

Unter den Reaktionen finden sich Einträge wie "Dringend abstillen, Frau Wiener, dann klappt es auch mit der Herstellung von Mandelmilch", "Dummschwätzerin" oder etwa "Sie mögen eine gute Leichenverwerterin sein, von gesunder Ernährung haben Sie leider keine Ahnung".

Viele warfen ihr vor, Stimmung gegen die vegane Lebensweise und Propaganda für die Fleischindustrie zu machen: "Ach ja, aber industriell hergestellt Kuhmuttermilch ist gesünder?? Vom Leid der Kühe und Kälbe mal gan abgesehen!! Schämen Sie sich, dieses Leid auch noch zu propagieren!"

Umgekehrt bekam Wiener aber auch Rückendeckung von Fans: "Manche Kommentare der eingefleischten Veganerinnen hier haben schon einen Fanatismus und ein missionarisches Sendungsbewusstsein, die bemerkenswert sind."

Aufgrund der Wucht der Reaktionen schrieb die österreichische TV-Köchin dann noch ein Posting, in dem sie auf die teils unsachlichen beleidigenden Kommentare reagiert und dazu Stellung nimmt, wie sie zu Milch- und Fleischproduktion steht:

"Sorry, aber: nein, ich bekomme kein Geld von der Fleischindustrie, der Milchindustrie oder irgendeiner Firma, die mit tierischen Proteinen zu tun hat. Ich propagiere seit Jahrzehnten, dass man am besten selber frisch kochen, keine H-Milch trinken und keine Massen an Industriefleisch essen sollte. Aber eben auch keine anderen stark verarbeiteten Nahrungsmittel."

Außerdem holt Wiener gegen vegane Industrieware mit chemischen Zusätzen aus: "Weniger schlecht heißt aber nicht gut und schon gar nicht besser. Die Welt besteht nicht nur aus Emissionen, Wasserverbrauch und Klimabilanz. Schwarz und Weiß. Wer seinen Fußabdruck gegen null bringen will, schafft sich am besten selbst ab. Das ist am effizientesten."

Statt andere für das eigene Fehlverhalten verantwortlich zu machen, plädiert sie für ein harmonisches Miteinander: "Ein erfülltes Leben beinhaltet Vielfalt, Schönheit und ein harmonisches Miteinander von Pflanze, Mensch und Tier. Dazu braucht es meiner Meinung nach Demut und Respekt vor dem Lebendigen und der Schöpfung und den Willen zur Transformation zu einem Gleichgewicht, dass wir verloren haben."

Zu guter Letzt hat sie einen Tipp für die Menschen der veganen Lebensweise, die "pauschalisierend, unsachlich und beleidigend" geworden sind: "Wenn ihr Menschen überzeugen wollt, dann mit Liebe und Geduld und Verständnis. Nicht mit Rufmord und persönlicher Herabwürdigung. Ihr diskreditiert damit alle liebevollen überzeugten vegan lebenden Menschen, die mit euch auf diesen Planeten in dieser Gesellschaft leben müssen."

Für dieses Posting erhielt Wiener deutlich mehr Zustimmung, dennoch beschwerten sich trotzdem viele über ihr "mimimi-Posting" und warfen ihr die Ausbeutung und Rechtfertigung von Tierleid vor. Mit Kommentaren wie " Frau Wiener, wenn Sie ihre Mitgeschöpfe mögen würden, würden Sie ab sofort vegan leben! Und irgendwann ist es mal gut die Mitmenschen "mit Liebe und Geduld" davon zu überzeugen, welche Grausamkeiten den Tieren angetan wird, nur damit sie sich ein Schnitzel reinpfeifen können!" wurde trotzdem nicht gespart. 

Viele bedankten sich bei Wiener aber auch für ihren wertschätzenden und differenzierten Umgang mit der Welle der Kritik: "Mich schreckt schon lange das teils militante Auftreten so mancher Veganer/Vegetarier jäh ab."

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