Genuss
08.07.2017

Salz & Pfeffer: FERDINAND

Manche Wiener Grätzeln haben’s einfach besser.

Manche Wiener Grätzeln haben’s einfach besser. Jene Straßenzüge rund um den Mittersteig, zum Beispiel, wo eine Dichte an großartigen Wiener Gasthäusern herrscht, die man schon als paradiesisch bezeichnen kann. Und im Frühling kam noch ein weiteres dazu, beziehungsweise war das „Ferdinand“ eh schon immer da, aber in den vergangenen Jahren halt sehr schlecht geführt. Im März übernahm es dann Franz Buchecker, der den Ruf des grandiosen Alsergrunder Gasthauses „Zum Reznicek“ begründete, und hier nun gemeinsam mit seinem Sohn Christopher Wiener Küche in einer Perfektion vorlegt, wie man sie wirklich nur ganz selten antrifft. Das beginnt bei einem scheinbar banalen Jausengericht wie „Gemischtes Saures“, einer Kombination aus
Extrawurst, Tafelspitz-Sulz und hauchdünn geschnittener Bauernpresswurst in Essig und Kürbiskernöl (herrlich und erfrischend, 9,80 €), und geht bis zum dunkel-sämigen, wunderbar mürben Rindsgulasch, das immerhin sogar vom langjährigen Besitzer der „Eisernen Zeit“ (mit einst legendärem Gulasch!) gelobt wurde (8,90 €). Die beiden Bucheckers machen ab und zu sogar noch echtes Bruckfleisch, also mit „Liachteln“ (Aorta), Bries, Herz und Blut, eine dunkel-geheimnisvolle Köstlichkeit (13,90 €), aber jetzt kommt’s: Bei allem Panierten wie Schnitzel, Cordon bleu und Alt Wiener Backfleisch kann man wählen, worin es herausgebacken werden soll, Öl, Butterschmalz oder Schmalz. Bei der Fledermaus wählten wir Schmalz und das war sehr, sehr gut (12,90 €). Im Herbst wird das Gasthaus übrigens in „Buchecker & Sohn“ umbenannt.

Max.
Küche 27 35
Keller 6 10
Service 13 15
Atmosphäre 12 15
Preis/Wert 16 20
Familie 4 5
77 100

Ferdinand
Wien 4., Leibenfrostg. 8,
01/929 56 74,
Mo-Fr 10-22, So 9-16,

florian.holzer@kurier.at