Genuss
03.06.2017

Salz & Pfeffer: Die Völlerei

Eine erfreuliche Neuerung am Yppenplatz.

Der Yppenplatz zählt derzeit zu den lebendigsten Grätzeln Wiens, nirgendwo sonst entstanden im vergangenen Jahr so viele interessante Lokale („Kafeneon“, „Wirr“, „Laurenz & Adele am Markt“, „Mani“ ...),
die die bisherigen Platzhirsche „Wetter“ und das „La Salvia“ ergänzten.
Die eindeutig beste Neuerung an der „Yppe“ fand aber im Traditionslokal
„Café Engelmaier“ statt, einem urigen Beisl, das die frühere Event-Managerin Diana Fritz und der aus einer Feldkircher Gastronomie-Familie stammende Lukas Lang im Frühling zur „ Völlerei“ machten. Sie renovierten ein bisschen, beließen den urtümlichen Charakter des Lokals aber bestehen. Jetzt zapfen sie das in Wien kaum erhältliche, großartige Frastanzer Bier und haben mit Philipp Hauer einen Koch engagiert, der die Atmosphäre dieses Lokals auf ideale Weise umsetzt: winzige Karte, drei Vorspeisen,
drei Hauptspeisen, zwei Desserts, von traditionell bis extravagant. Also vom Rindsgulasch (10 €) bis zum geräucherten Carpaccio vom Lammherz mit Senfeis, extrazartes, rohes Herz mit kühlem Buchenrauch parfümiert (6 €) – ein fantastisches Gericht, das man nicht alle Tage bekommt. Dann wieder vergleichsweise traditionell: Die Kohlrabicremsuppe mit Petersil-Zitronenpesto leicht und erfrischend (5 €) sowie weißer und grüner Spargel mit selbst gemachter, mächtig-buttriger Sauce Hollandaise und einem getrüffelten, perfekt gebackenen Ei (16,50 €). Großartige Küche, faire Preise, absolut entspannte Atmosphäre und ein überaus heterogenes Publikum vom Punker bis zum Manager. Fehlt nur noch eine bessere, interessantere Wein-Karte.

Die Völlerei,
Wien 16, Yppenpl. 4,
Tel: 01/942 65 37,
Di-Fr 16-24, Sa 10-24, So 11-15 Uhr,
www.facebook.com/VoellereiWien/

Max.
Küche 27 35
Keller 5 10
Service 13 15
Atmosphäre 12 15
Preis/Wert 18 20
Familie 4 5
79 100

florian.holzer@kurier.at