Genuss
01.04.2017

Salz & Pfeffer: Bistro Roots

So gut kann Nachhaltigkeit schmecken.

Vom Aussehen her könnte das junge „Bistro Roots“ auch aus einer amerikanischen, in Brooklyn spielenden TV-Serie stammen: weiß gekalkte Ziegelwand, verflieste offene Küche, Kräutertöpfchen. Beim Konzept bleiben die drei Roots-Gastronomen – Miki Apostolo, Adam Bencze und Marcus Walter, alle drei bisher in der Top-Gastronomie – allerdings sehr regional: Zutaten stammen prinzipiell von Kleinproduzenten, je näher, desto besser, ein bisschen Obst und Gemüse kommt sogar aus dem Garten von Adam Benczes Eltern aus der Slowakei, Nachhaltigkeit ist das übergeordnete Prinzip. Und so gut kann Nachhaltigkeit schmecken: Beim Gartensalat aus Blättchen und Kräutern von einem Gärtner aus dem 22. Bezirk fragt man sich, wieso man so einen Salat nicht öfter bekommt (8,– €). Das geräucherte Forellenfilet mit kurz angebratenem Mangold gewinnt vor allem durch die süß-scharfe Chili-Mayonnaise (13,50 €), in Kombination mit gedörrter Karotte, gebratenem Paprika, Schafkäse und geröstetem Hafer erinnerte der Mangold allerdings ein bisschen an Essen im Kurhotel (12,50). Das Filet vom rotfleischigen Wels aus Andau mit Linsen, geschmortem Chinakohl und Selleriepüree war sehr gut (17,– €), die kurz gebratene Leber vom Angus-Rind von der Weinviertler BOA-Farm mit Rotkraut allerdings um ein Eck kompromissloser – vor allem für Leber-Fans. So wirklich toll wird das Ganze aber erst in Kombination mit den Bieren aus dem nahen Wieden Bräu und vor allem mit den Weinen, die Adam Bencze da in Ungarn und Tschechien aufgetrieben hat – absolut faszinierend, was da im Osten gekeltert wird.

Bistro Roots,
Wien 5, Schönbrunner Str. 32,
Tel: 0660/242 40 65,
Di-Fr 12-14.30, Sa 10-14, Di-Sa 18-22,
www.bistroroots.at

Max.
Küche 28 35
Keller 7 10
Service 14 15
Atmosphäre 13 15
Preis/Wert 16 20
Familie 2 5
80 100

florian.holzer@kurier.at