Genuss
22.08.2018

Joseph Brot öffnet auch abends und serviert Antipasti

Am Albertinaplatz behält Josef Weghaupt sein bewährtes Konzept bei, manches wird aber neu.

Eigentlich sind die alten Stahlträger, die bis in den Keller reichen, Schuld. Hätten Statik-Experten nicht eine minimale Senkung festgestellt, hätte die Filiale am Albertinaplatz vom Trend-Bäcker Joseph Brot nicht erst jetzt erweitert werden müssen, sondern gleich in der jetzigen Form eröffnet. Doch bis drei Gutachten erstellt waren und das uneingeschränkte behördliche OK für die Statik kam, vergingen elf Monate. Und so kam es, dass Josef Weghaupt im September 2017 zuerst seine Bäckerei und Bagels Manufaktur eröffnete und jetzt, im August 2018, die Lokalerweiterung zum Bistro samt Abendbetrieb folgte. Die Ausstattung orientiert sich stark an der beibehaltenen Ausstrahlung der 50er-Jahre-Fassade des früheren Pelzgeschäfts, sogar die mundgeblasenen italienischen Lampen passen ins Ambiente.

Das Warten hat sich ausgezahlt. Nicht nur, weil Josef Weghaupt Lehren aus früheren Erfahrungen mit seinem Bistro in der Landstraßer Hauptstraße gezogen hat. Damals musste das bereits eröffnete Lokal wegen einer fehlenden Bewilligung vorübergehend wieder geschlossen werden. Es gibt auch einige Neuerungen am Albertinaplatz, die einen Besuch lohnen. Nach der zweiwöchigen Soft-Opening-Phase ist nun das gesamte Repertoire verfügbar.

Bewährtes Konzept, aber leicht adaptiert

Vom Konzept her ähnelt das neue Bistro zwar seiner älteren Schwester in der Landstraßer Hauptstraße: Bio-Frühstücksvariationen und Mittagsgerichte sowie Kaffee und die feine Bio-Patisserie stehen auch hier im Zentrum. Warum sollte man auch etwas mit Gewalt verändern, das gut eingeführt und bei den Gästen beliebt ist, sagt Weghaupt.

Neu ist dabei die Etagere, die nicht nur süß, sondern auch als Frühstücksvariation für zwei geordert werden kann. Um 42,80 Euro kommen auf der " Wiener Philharmoniker Etagere" etwa Lachs, Beinschinken, Eggs Benedict und Mini-Muffins an den Tisch. Das süße Pendant versüßt den Tag mit Variationen aus der "pheinen Patisserie" (15,70 €).

Dafür fielen die gefüllten Bagels aus der Karte und sind nur mehr als Take-away-Jause zu haben. Apropos Take-away: Auch das To-go-Sortiment wurde am Albertinaplatz ausgebaut. Dazu gibt es von 12 bis 14 Uhr auch Mittagsmenüs im Deli-Style, für jene, die in der Nähe arbeiten - etwa Einkorn-Risotto (13,50 €) oder Kabeljaufilet (19,80 €) und Kalbsrahmgulasch (16,40 €).

Antipasti ab 17 Uhr

Die größte Neuerung ist, dass sich Joseph Brot nun auch für einen Afterwork-Drink samt kleiner (und größerer) Snacks anbietet - und zwar nur an diesem Standort und bis 22 Uhr. Dieses Angebot sei ihm ein Anliegen gewesen, erzählt Josef Weghaupt im KURIER-Gespräch.

Die Kleinigkeiten nennen sich Antipasti und sind montags bis freitags ab 17 Uhr in drei Variationen erhältlich. Bei der Österreichischen gibt es etwa Original Wiener Beinschinken, Staud’s Essiggurkerl, hausgemachter Eiaufstrich und Liptauer sowie steirischen Kren und Mini-Joseph-Brot (12,40 €). Die orientalische Variante umfasst gebratene Melanzani, Falafel, Hummus, Quinoa, Muhammara, und Bio Sesam Fladenbrot (11,80 €) und für die mediterranen Antipasti kommen gebratene Zucchini, Peperonata, grüne Oliven, Grana DOP, Prosciutto San Daniele, Bio Tomaten sowie Rosmarin Ciabatta an den Tisch (13,70 €).

Handgezogener Apfelstrudel, den auch Mama gut findet

Bei allem Innovationsgeist: auch ein Trendbäcker kommt an einer Ecke der Stadt, an der sich die Touristenströme kreuzen, nicht völlig um Wiener Klassiker herum. Im Fall von Joseph Brot ist das ein handgezogener Bio-Apfelstrudel (4,20 €), der in alter Handwerksmanier in der zentralen Bäckerei im Waldviertel hergestellt wird. Und den findet sogar Josef Weghaupts 80-jährige Mutter, die selbst immer hohe Ansprüche an "ihren" Apfelstrudel legt, gut.