Genuss
08.01.2018

Japans historischer Tsukiji-Fischmarkt hat geschlossen

Wholesalers perform a ritual hand-clapping for the first auction of fresh tuna fish of the year at the Tsukiji Market in Tokyo, … © Bild: AP/Eugene Hoshiko

Der weltberühmter Markt in Tokio schließt in diesem Jahr und wird verlegt.

Der weltberühmte Tsukiji-Fischmarkt in Japans Hauptstadt Tokio hat am Freitag seine letzte Neujahrs-Auktion am alten Standort abgehalten. Nach mehr als 80 Jahren schließt in diesem Jahr der weltgrößte Fischmarkt, der sich seit der Eröffnung 1935 mit seinen zahlreichen Restaurants und Läden zu einer Touristenattraktion entwickelt hat.

In den frühen Morgenstunden zahlte ein Bieter umgerechnet noch einmal mehr als 265.000 Euro für einen riesigen Thunfisch. Der Markt soll im Oktober in Toyosu, einem weiter östlich gelegenen ehemaligen Gaskraftwerk, wiedereröffnet werden."Wir müssen die Tsukiji-Marke weiterführen und eine neue Marke am neuen Standort etablieren", sagte Shigeo Yokota, Vertreter der Käufer in einer Rede am Freitag.

Workers of a wholesaler Yamayuki place a head and tail of the 405-kilogram (892-pound) bluefin tuna that they bought at the firs… © Bild: AP/Eugene Hoshiko

Der Fischmarkt ist insbesondere für seine täglichen Auktionen noch vor der Morgendämmerung bekannt. Hier wird Thunfisch aus allen Ecken des Ozeans an Supermärkte und Gourmet-Köche versteigert. Japans selbsternannter "Thunfisch-König", der Restaurantbesitzer Kiyoshi Kimura, ersteigerte im Jahr 2013 einen vom Aussterben bedrohten Blauflossenthunfisch für die Rekordsumme von 1,5 Millionen Euro. Höchstgebot für einen Fisch in dem Markt waren 2,7 Millionen Euro, die ein ungenannter Käufer für einen mehr als 400 Kilogramm schweren Thunfisch berappte.

Am Tsukiji-Markt werden täglich 480 Arten Fisch und Meeresfrüchte im Wert von 11,6 Millionen Euro sowie 270 Arten Obst und Gemüse gehandelt. In den vergangenen Jahren äußerten Verkäufer allerdings vermehrt Bedenken über die Sicherheit des veralteten Gebäudes, eine ehemalige Reinigungsanlage. Dazu gehörten die Widerstandsfähigkeit bei Erdbeben, Brandschutz und Hygiene ebenso wie Asbestbefall und bröckelndes Mauerwerk. Zu den Kritikern des Umzugs gehören Geschäftsleute im Umkreis des Marktes, der sich in Gehdistanz zum Ginza Einkaufsbezirk in Tokio befindet.