Heißer Sommertrend: Barbecue

Spareribs mit Salat und gegrillten Aprikosen auf einem Holzbrett.
Wer richtig nach amerikanischem Vorbild smoken will, braucht große Fleischstücke, dichten Rauch und sehr viel Geduld.

Barbecue – heute auch gerne als BBQ abgekürzt – gilt als Erfindung der Afro-Amerikaner. Es ist gerade einmal 50 Jahre her, dass schwarze Amerikaner in den Südstaaten nicht die gleichen Restaurants besuchen durften wie ihre weißen Mitbürger. Beim Barbecue spielte die Rassentrennung hingegen keine Rolle: Weil das gemeinsame Essen unter freiem Himmel stattfand, taten sich die Menschen leichter, die Rassentrennung zu ignorieren.

Entstanden ist Barbecue auf den Tabakplantagen von North und South Carolina. Die Glut der sanft lodernden Feuer, die zum Trocknen des Tabaks diente, wurde dazu genutzt, ganze Schweine langsam zu garen. Das dauerte Stunden. Und es gab viel Fleisch. Alle Arbeiter – schwarz und weiß – wurden satt. Heutige BBQ-Hochburgen wie etwa Texas, wo man bevorzugt Rindfleisch verwendet, entdeckten das Barbecue erst wesentlich später. (Der Artikel wird unter der Bildergalerie fortgesetzt.)

15 Grill-Tipps

Ein gegrillter Fisch liegt auf Zitronenscheiben auf einem Grill.

Fisch, Grill
Mehrere gegrillte Würstchen liegen auf einem Grill.

Würstel
Gegrillte Bananen auf einem roten Teller.

Bananen
Zwei Maiskolben liegen auf einem Grill.

Kukuruz
Spareribs mit Salat und gegrillten Aprikosen auf einem Holzbrett.

Kopie von Delicious barbecued ribs
Eine Person legt ein großes Stück rohes Fleisch mit einer Zange auf einen Grill.

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Ein Bratenstück liegt auf einem Grillrost, ein Thermometer steckt darin.

Mehrere Würste liegen auf einem Grill.

Mehrere Steaks und ein Braten liegen auf einem Grill.

Ein Koch bereitet Lachsfilet mit Brot auf einem Holzbrett zu.

Zwei T-Bone-Steaks und Gemüse werden auf einem Grill zubereitet.

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Ein Mann bereitet Fleisch zum Grillen vor, mit einem Weber-Grill im Hintergrund.

Ein saftiges Steak wird auf einem Grill zubereitet und mit Rosmarin und Pfeffer garniert.

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Auf einem Grill werden Fleisch und Gemüse zubereitet.

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Zwei T-Bone-Steaks und Gemüse werden auf einem Grill zubereitet.

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Das Cover von Jamie Purviance's „Weber's Grillbibel“.

Zwei Köche präsentieren ein gegrilltes Schweinekotelett mit Grillstreifen.
honorarfrei, Adi Bittermann
Der größte Unterschied zwischen dem bei uns üblichen Grillen und Smoken liegt darin, dass Letzteres wesentlich länger dauert. "Beim Barbecue verwendet man keine teuren Edelteile, die beim Grillen nur kurz und scharf angebraten werden, damit sie außen kross sind und innen saftig bleiben. Es geht darum, zähe Fleischstücke wie etwa eine Schweineschulter zart und saftig zu zubereiten. Außerdem bekommt man durch den Rauch ein unverwechselbares Aroma", erklärt Adi Bittermann, der in Göttlesbrunn neben seinem Restaurant eine Grillschule betreibt.

Für ihn ist Barbecue die Königsklasse des Grillens, weil man mehr beachten muss: "Wenn ich einen Schopfbraten grille, wird er zäh und trocken. Durch die sanfte Garung löst sich das Bindegewebe langsam auf, das Fleisch wird butterweich. Wenn du beim Barbecue zum Essen ein Messer brauchst, hast du etwas falsch gemacht."

Salz und Apfelessig

Ein großer Grillanhänger mit offenem Deckel und Fleisch in einer Schale.
Bildnummer: 4108966 barbecue barbie essen fingerzeig fleisch grill raucher rinderbrust
Wer Barbecue in seiner ursprünglichen Variante gart – ein ganzes Schwein, zwölf Stunden über warme Rauchwolken –, muss sich über das Raucharoma nicht groß den Kopf zerbrechen. In Texas wird mit Saucen auf Paradeiserbasis abgeschmeckt, aber niemals mit im Handel erhältlichen Barbecue-Saucen. Diese Saucen haben ein ausgeprägtes Raucharoma und dienen dazu, konventionell zubereitetes Fleisch nach Barbecue schmecken zu lassen. Das kann man mögen oder auch nicht. Mit Barbecue hat es nichts zu tun.

Auch traditionelle Barbecue-Lokale in North Carolina verzichten auf spezielle Barbecue-Saucen. Freilich wird dort das ganze Schwein kräftig eingesalzen, bevor es auf den Rost kommt. Die einzige Würzung, die ein traditionelles "Pulled-Pork-Sandwich" dann unmittelbar vor dem Verzehr erhält, besteht aus Salz, Pfeffer, etwas Chili-Sauce und Apfelessig.

Moderne Smoker

Eine große Grube graben, ein ganzes Schwein besorgen, sich einen ganzen Tag Zeit nehmen? Kein Wunder, dass bei uns Barbecue bisher nicht so richtig Fuß fassen konnte. Doch mit eigens entwickelten Barbecue-Smokern und speziellen Pellets hat Barbecue auch in unseren Breiten Einzug gehalten. Die Garzeiten sind bei kleineren Teilen kürzer, das gewünschte Raucharoma entsteht dank des Zweikammer-Prinzips dennoch.

Drei Fische und mariniertes Fleisch liegen bereit für den Grill.
Barbecue, Grillen, Griller, Fisch
Anders als bei einem ganzen Schwein, das durch seine dicke Haut geschützt ist, muss der Hobbykoch das Grillgut im Smoker regelmäßig bepinseln damit es nicht austrocknet. "Mit diesen Marinaden kann man das Fleisch noch zusätzlich würzen. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Man kann mit Honig und Chili genauso arbeiten wie mit Wein oder Bier. Man sollte dabei aber nicht zu dick auftragen. Schließlich soll die Würzung nicht das zarte Raucharoma überlagern, das dem Barbecue seinen speziellen Charakter verleiht", sagt Bittermann.

Rauch am Kanal

Ein lächelnder Mann mit kariertem Hemd sitzt in einem Raum mit beschrifteten Wänden und Büchern im Hintergrund.
honorarfrei, Brian Patton, Charlie P's
Texas-Style gibt es im Restaurant "Big Smoke" am Wiener Donkaukanal. Um das Geheimnis des echten Rauch-Geschmacks zu lüften, begab sich Betreiber Brian Patton gemeinsam mit seinem Küchenchef Petr Matusny und dem befreundeten Spitzenkoch Christian Petz auf eine Fact-Finding-Mission nach Texas. "Uns ging es darum, den richtigen Smoker von Amerika nach Österreich zu importieren. Was mich weniger begeistert hat, war die lieblose Auswahl der Beilagen. In Texas bekommst du zu einem super-zarten Fleisch Cole-Slaw aus der Dose und ungetoastetes Weißbrot", so Patton.

Im "Big Smoke" wollte Patton diese Tradition nicht hinnehmen: Hier werden Roggenbrot, Kukuruz, Cole-Slaw und Bohnen serviert. Schmeckt genauso wie in Texas, nur die Beilagen sind viel besser.

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