Genuss
13.07.2017

Explosion: Wann der Gasgrill zur Gefahr werden kann

Am Mittwochnachmittag explodierte ein Gasgrill bei einem Ehepaar in Oberösterreich. Worauf Sie beim Umgang mit Gasgrillern achten müssen.

Ein Gasgriller ist nach seiner Benützung auf der Terrasse eines Einfamilienhauses Mittwochmittag in Perg in Oberösterreich explodiert. Das Unglück passierte nach dem Essen: Die Besitzer, ein 41-Jähriger und seine Ehefrau, befanden sich zu diesem Zeitpunkt schon im Gebäude und blieben unverletzt. Vermutet wird, dass sich Gas im abgedeckten Griller sammelte – durch die Sonneneinstrahlung dürfte es zur Explosion gekommen sein.

Im Vergleich zu Kohlegrillern sind Gasgriller in der technischen Handhabung komplexer – mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen lassen sich Gefahrenquellen eindämmen:

1. Lagern Sie Gasflaschen nie in unbelüfteten Kellerräumen: Ausströmendes Gas kann sich am Boden ansammeln, da es schwerer als Luft ist. In Wiener Wohnungen und Häusern dürfen Gasflaschen übrigens nicht auf Stiegen oder Dachböden gelagert werden (§ 4 Absatz3 WFLKG).

2. Gasflaschen immer stehend lagern.

3. Bevor Sie mit dem Grillen loslegen, sollten die Gasschläuche immer auf Risse oder auf poröses Material überprüft werden.

4. Wenn man mit Seifenwasser über Anschlüsse und Schläuche bürstet, kann man ahand kleiner Seifenblasen Lecks erkennen.

5. Schläuche niemals einer großen Hitze aussetzen.

6. Vor dem Grillen sollten Sie Gasflasche und Druckregler überprüfen. Wenn die Gasflasche Dellen hat, können Sie diese dem Verkäufer zurückbringen.

7. Den Gasgrill nur bei geöffnetem Deckel anzünden.

8. Wenn der Deckel lange geschlossen bleibt und Gas ausgeströmt, kann es zu einer Explosion kommen.

9. Beim Anzünden des Grillers sollten Sie sich niemals über die Grillfläche beugen.

10. Wenn der Brenner nach zehn Sekunden nicht zündet, müssen Sie die Gaszufuhr schließen und den Deckel offenhalten. Nach fünf Minunten kann man es wieder versuchen.

11. Verfolgen Sie dasselbe Prozedere, wenn der Gasgriller während des Grillens ausgeht.

12. Sie dürfen niemals den Schlauch von der Gasflasche trennen, wenn der Grill in Betrieb ist.

13. Trennen Sie auch niemals den Schlauch von der Gasflasche, wenn das Flaschenventil geöffnet ist.

14. Wenn Sie die Gasflaschen einwintern, dann die Gaszufuhr überprüfen und richtig schließen.

15. Vor jeder Saison den Schlauch überprüfen: Oft weist ein aufgedrucktes Datum auf die Haltbarkeit des Schlauches hin. Ist dieses überschritten, sollte man ihn auswechseln. Wer kein Datum findet, sollte nach drei bis fünf Jahren auf neue Schläuche setzen.

Metall-Bürsten: Böse Überraschung am Grill

Jeder Grill-Fan kennt das Problem: Nach der Grillerei muss entschieden werden, wie am besten der Rost gereinigt wird. Hierfür wird besonders gerne auf Bürsten aus Edelstahl zurückgegriffen.

Wie zahlreiche Medizin-Plattformen berichten, präsentierte David Chang, US-Mediziner an der Universität von Missouri, eine Studie, wonach zwischen 2002 und 2014 mehr als 1.600 Verletzungen von Mund, Speiseröhre oder Magen durch Grill-Bürsten aus Metall beziehungsweise mit Metallfäden verursacht wurden.

Wie das passieren kann? Solche Bürsten werden von Barbecue-Fans gerne für die Reinigung von Grillern verwendet, allerdings können einzelne Borsten ausfallen und so in Steaks stecken bleiben. "Produktentwickler, Konsumenten und Produktionsfirmen sollten über mögliche Gefahren besser Bescheid wissen."

Alternativen: Plastik-Borsten oder Alufolie

Seine größte Sorge ist, dass solche Metallteilchen im Darm landen: "Die Borsten könnten aus dem Darm herauswandern und weitere innere Schäden verursachen." Wer eine Grillbürste aus Metall verwende, sollte diese vor jeder Verwendung reinigen und sollte sie wegwerfen, falls bereits Borsten ausgefallen sind.

Grundsätzlich gilt, je länger mit dem Putzen gewartet wird, desto eher trocknen Reste ein. Chang empfiehlt überhaupt dazu, zu Bürsten mit Plastik-Borsten zu greifen. Allerdings gibt es Alternativen zu solchen Bürsten: Wer den ausgekühlten Grillrost in feuchtes Zeitungspapier oder ins nasse Gras legt, kann diese leichter entfernen. Edelstahl-Spatel, zerknüllte Alufolie oder handelsübliche Backofenreiniger eignen sich besonders gut zum Reinigen.