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Interview
03/05/2017

Deutsches Start-up will Jackfrucht nach Österreich verkaufen

Eine Frucht, die im rohen Zustand nach Fleisch schmeckt: Die deutsche Unternehmerin Julia Huthmann entdeckte bei ihrem Aufenthalt in Sri Lanka die Baumfrucht des kleinen Mannes und war begeistert. Seit vergangenem Jahr vertreibt sie diese in Dosen, heuer hofft sie auf den österreichischen Markt, wie sie im Interview mit dem KURIER erzählt.

Judith Huthmann kann sich noch genau an ihren ersten Bissen erinnern. Die deutsche Unternehmensberaterin hatte in einem kleinen Lokal auf Sri Lanka ein vegetarisches Curry bestellt und war erbost in die Küche gestürmt – sie dachte, sie hätte ein Stück Hühnerfleisch im Mund. Die Köchin klärte sie lachend auf: Das sei ein Stück Jackfrucht gewesen. Das Erlebnis ging ihr nie aus dem Kopf, zurück in Deutschland sagte sie sich: "Wenn das keiner verkauft, mache ich das selber." Mittlerweile vertreibt sie über ihre Firma Jacky F. seit einem Jahr die tropische Frucht geschält in der Dose (Stückpreis 3,59 Euro). Demnächst kommt ihr Produkt in den deutschen Einzelhandel und ein Großhändler aus Österreich meldete ebenso Interesse an.

Im reifen Zustand schmeckt die Jackfrucht süß wie eine Mischung aus Ananas, Banane und Mango, im unreifen Zustand täuscht ihre Konsistenz sogar Fleischessern vor, Pulled Pork oder Hühnerfleisch zu sein – der KURIER berichtete über die außergewöhnliche Baumfrucht des kleinen Mannes. Trendforscher glauben, dass die Jackfrucht künftig wie Lupine, Sojabohnen und Weizengluten das Herz aller Veganer und Flexitarier erobern wird. Schließlich wächst der Markt für vegane Ersatzprodukte rasend schnell und die Lebensmittelindustrie lechzt nach Tofu-Alternativen, die sich zu Würstel und Fleischlaibchen formen lassen. Auch Menschen, die an einer Gluten-Unverträglichkeit leiden, sehen in dem Obst eine Alternative.

KURIER: Sie haben die Jackfrucht auf Sri Lanka kennen gelernt?
Julia Huthmann:Ja, ich war dort als Unternehmensberaterin tätig. Ich werde den ersten Bissen nie vergessen, ich dachte tatsächlich, es handelt sich um Hühnerfleisch. Ich war fasziniert von der Frucht – das Erlebnis ist mir nie aus den Kopf gegangen. Als ich dann zurück in Deutschland war, sagte ich mir: Wenn das keiner verkauft, mache ich das selber. 2016 habe ich dann das Unternehmen gegründet.

Verkaufen Sie die Frucht nur in der Dose?
Ja, ich habe mit einem Partner in Sri Lanka zusammen, die Früchte kommen von dort.

Oft liest man, dass es zwei unterschiedliche Sorten gibt, und nur eine eignet sich als veganer Fleischersatz?
Nein, es ist die gleiche Frucht: Allerdings lässt sie sich nur im unreifen Zustand wie Gemüse verkochen. Die reifen Früchte schmecken richtig süß. Wer sie als veganen Fleischersatz verwenden möchte, muss unbedingt junge Früchte kaufen. Wir verkaufen die jungen, unreifen Früchte in einer Salzlake eingelegt.

Würden Sie sagen, dass der Geschmack Fleisch ähnelt oder vielmehr die Konsistenz?
Die Konsistenz! Jackfrüchte nehmen stark Gewürze auf, mit Salz, Pfeffer oder Rauchsalz erhält man einen täuschend echten Fleischgeschmack.

Wissen alle vegetarischen Gastronomen, worum es sich bei Ihrem Produkt handelt?
Nein, überhaupt nicht! Bis Ende 2016 gab es sehr großen Aufklärungsbedarf. Durch meine Arbeit via Social Media ist die Bekanntheit der Frucht gestiegen.

Bestellen hauptsächlich Gastronomen bei Ihnen?
Nein, mehr Privatkunden. Ich war vor kurzem erstmals auf einer größeren Messe und konnte dort Kontakte knüpfen: Demnächst werde ich im deutschen Einzelhandel vertreten sein und ein österreichisches Unternehmen aus dem Großhandelsbereich hat mich auf der Messe ebenso kontaktiert.

Sind Ihre Kunden Vegetarier?
Nicht nur, es sind viel mehr Menschen, die Lust haben, etwas Neues auszuprobieren. Aus diesem Grund habe ich auf der Homepage auch Rezepte, wie man die Frucht am besten zubereitet. Auch Menschen mit Glutenunverträglichkeit sind darunter.

Veganer Burger mit Jackfrucht

Jackfruits aus der Dose nehmen und mit einem Mixer zerkleinern oder in einer Schüssel mit der Gabel zerdrücken. Danach mit Öl und Mehl bei geringer Hitze anbraten, bis die Jackfruits leicht braun werden.

Währenddessen die Kartoffeln kochen und danach mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken.

Zwiebel klein hacken und zu den Kartoffeln geben.

Jackfruitstücke, Mehl, die Hälfte der Semmelbrösel und Senf dazugeben, vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wer will, kann noch weitere Gewürze oder Raucharoma hinzufügen.

Die Masse sollte nun fest sein, sodass man leicht die Patties formen kann.

Die Buletten von beiden Seiten in die Semmelbrösel legen und ab damit in die Pfanne. Von beiden Seiten ca. 5 Minuten anbraten.

Zum Schluss die Burger belegen.

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