Diddl-Maus in Österreich: Warum sie uns noch immer fasziniert
Die Diddl-Maus ist wieder erhältlich – samt Duftblöcken, Häferln und Plüsch. Die Linzer Psychologin Christa Schirl erklärt, was hinter der Sehnsucht nach Vertrautem steckt.
Die Kult-Maus mit den riesigen Füßen, den übergroßen Ohren und den Kulleraugen war für viele Millennials mehr als nur eine Marke, sie war ein Stück Kindheit. Ob Duftblöcke, die auf dem Schulhof getauscht wurden, liebevoll ausgefüllte Freundschaftsbücher oder der Plüschfreund zum Spielen – Diddl hat eine ganze Generation begleitet und geprägt. Was viele Eltern noch aus ihrer eigenen Kindheit kennen, können heute auch ihre Kinder entdecken.
Denn die Diddl-Maus kehrt zurück: Ab sofort ist sie in mehreren Shops in Österreich erhältlich (Wo es sie zu kaufen gibt, erfahren Sie hier). Die neue Kollektion greift viele bekannte Elemente auf und ergänzt sie um neue Produkte für Schule, Freizeit und den Alltag. Zum Sortiment gehören unter anderem Schreibwaren, Schulartikel, Trinkflaschen, Brotdosen, Accessoires, Häferl, Stickerhefte sowie Plüschartikel. Auch die bei vielen Fans beliebten Diddl-Blöcke mit verschiedenen Düften sind wieder da. Alle Kollektionen erscheinen jeweils in limitierter Auflage.
Der Diddl-Effekt
Dass die Figur noch immer so viele fasziniert, überrascht die Linzer Psychologin Christa Schirl nicht. „Die Diddl-Maus verkörpert das Kindchen-Schema. Der große Kopf und der kleine Körper triggern bei uns einen Fürsorgeinstinkt“, erklärt sie. Gleichzeitig steht Diddl, wie andere Spielzeuge aus den 1990er-Jahren (siehe unten), stellvertretend für eine Zeit vor Smartphones und Netflix. Da habe man mehr gekuschelt und war weniger am Bildschirm. Bei der 90er-Generation weckt sie zudem ein Gemeinschaftsgefühl, weil viele dieselben Erinnerungen teilen.
Die Diddl-Maus-Produkte im Überblick - als Trinkflasche, Federpennal, Häferl, Schreibblock oder Plüschartikel.
©WARIMEX Waren- Import Export Handels-GmbHOft landen die Retro-Spielsachen gar nicht bei Kindern. In Europa gaben zuletzt fast 40 Prozent der Käuferinnen und Käufer an, Spielzeug für sich selbst oder einen anderen Erwachsenen zu kaufen – die Branche spricht vom „Kidult“-Trend (Mischwort aus Kid und Adult, also Kind und Erwachsener). „Die Vergangenheit ist ein wesentlicher Faktor unserer Identität. Sie verbindet unser heutiges Ich mit dem früheren Ich“, erklärt die Expertin.
Ein Spielzeug aus der Kindheit sei ein Safe Space, der Trost spendet und emotionale Sicherheit gibt. Es erinnere einen daran, dass man Herausforderungen bewältigt und trotz allem auch Schönes erlebt hat. Schirl weist jedoch darauf hin, dass der Blick zurück oft selektiv ist. Das Gedächtnis lässt die mühsamen Seiten verblassen – wodurch die Vergangenheit häufig unbeschwerter wirkt, als sie tatsächlich war.
Sehnsucht nach Sicherheit
Menschen in Umbruchphasen, die sich in der Gegenwart nicht sicher fühlen, entwickeln laut Schirl eine stärkere Sehnsucht nach Vertrautem. Das treffe vor allem auf Menschen zu, die sich einsam fühlen.
„Früher ging man davon aus, dass alles besser wird. Heute glauben viele, die Zukunft wird schlechter“, sagt die Expertin. Gerade deshalb könne es helfen, sich in unsicheren Zeiten an Bewährtes zu halten. Die Psychologin hält es für wichtig, das innere Kind zu nähren, denn jeder Mensch habe ein „Kindheits-Ich“. Das stärke Kreativität und Abenteuerlust und habe zudem noch einen angenehmen Nebeneffekt: Man fühlt sich wieder jung.
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