Hilft den Bewohnern bei kleinen alltäglichen Dingen, die viel Zeit kosten: Concierge Caroline Vrana

© Niko Havranek

freizeit Wohnen & Design
02/12/2020

Trendberuf Concierge: Arbeiten in den Luxus-Anlagen

Caroline Vrana ist Concierge, ein hierzulande noch nicht weit verbreiteter Beruf.

von Felix Diewald

Wer die repräsentative Lobby des „The Ambassy“ unweit des Wiener Stadtparks betritt, wähnt sich in einem Luxus-Hotel. Dabei handelt es sich hierbei um ein ganz normales Wohnhaus – na gut, etwas exklusiver natürlich. Denn in dieser Immobilie stehen für die Mieter nicht nur Konferenzräume und ein XL-Privatkino zur Verfügung, sondern auch ein Concierge-Service.

Concierge Caroline Vrana kümmert sich mit zwei Kollegen um die 220 Wohnungen der Anlage. Wer, ist die nahe liegende Frage, braucht bitte einen Concierge? Die meisten Bewohner haben laut der Concierge ein von Hollywood geprägtes Bild im Kopf und denken anfangs nicht, dass sie diesen Service tatsächlich benötigen könnten.

„In Wirklichkeit“, sagt Vrana, „geht es aber um viele kleine, alltägliche Dinge, die einem sonst viel Zeit kosten.“ Vor rund drei Jahren ist der Concierge-Trend in Österreich angekommen. Vor allem bei exklusiven Wohnhäusern mit viel allgemein und gemeinsam genutzter Fläche besteht Bedarf.

Concierges lassen Handwerker und Reinigungskräfte herein, nehmen Pakete an, machen Einkäufe und Sicherheitsrundgänge durchs Haus, gießen im Urlaub Zimmerpflanzen und organisieren Wäsche-Services. Darüber hinaus können die Concierges auch Reisen planen, einen Babysitter checken oder kurz aufs Kind aufpassen. „Eigentlich“, sagt Vrana, „sind wir Lifestyle-Manager.“

Immer zuvorkommend

Und der Service ist im Kommen: In der „Embassy“-Wohnanlage“ nimmt bereits mehr als die Hälfte der Bewohner den Service in Anspruch, je nach Bedarf und Pauschale kann man dafür zwischen 30 und 300 Euro monatlich veranschlagen. Und Vranas Arbeitgeber William Premium Services plant fürs nächste Jahr bereits fünf neue Standorte.

Vrana hat eigentlich Fliesenlegerin gelernt, empfand das Umfeld allerdings als sehr männlich und den Beruf als Mutter schwer mit der Familie zu vereinbaren. Gerade absolviert sie eine Lehre als Bürokauffrau und arbeitet in Teilzeit als Concierge. Das ist noch kein anerkannter Lehrberuf, die Ausbildung übernehmen daher die Concierge-Agenturen selbst.

„Als Concierge musst du ständig aufmerksam und zuvorkommend sein“, sagt Vrana. Auch Mini-Aufgaben wie Türaufhalten oder Aufzugholen werden erwartet. „Das Schöne ist die Dankbarkeit der Bewohner, die du erfährst.“ Das hätte man in einem Hotel nicht.

Nachteil des Jobs: Man müsse auch zu Randzeiten, an Wochenenden arbeiten. Und was bekommt sie so über die Bewohner mit? Vrana quittiert die neugierige Frage mit einem wissenden Lächeln: Verschwiegenheit und Diskretion, das wird klar, sind für eine Concierge Voraussetzung.