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freizeit Wohnen & Design
03/02/2020

Häuser aus Containern

Einfamilienhäuser, Gewerbehallen und Türme lassen sich mit Frachtcontainern errichten. Der Vorteil: sie sind robust, langlebig.

Frachtcontainer sind nicht nur enorm stabil, sondern auch preiswert. „Ein gebrauchter 20-Fuß-Container (6 x 2,4 Meter) kostet rund 1500 Euro“, schreiben die Autoren des „Container Atlas“. Han Slawik, internationaler Experte für die Verwendung von Containern in der Architektur, ist einer davon. Er will mit diesem Buch dazu anregen, mit Raummodulen zu bauen. Im Vergleich zu den Rohbaukosten eines konventionellen Bauwerks ist der Preis unschlagbar. Zunächst wurden Frachtcontainer als Geräteschuppen zweckentfremdet, später für Wohnzwecke umgebaut. Der Container ist ein Einraummodul, das in Kombination mit weiteren Modulen zu einem flexiblen Mehrraumsystem wird.

Wohnhaus in Johannesburg

140 recycelte Frachtcontainer wurde für das siebenstöckige Wohnhaus in Johannesburg, Südafrika, aufeinandergestapelt (großes Bild). „Die Idee war, die Container von außen nicht zu streichen, sondern ihre ursprüngliche Farbe und Beschriftung zu behalten“, schreiben die Autoren. Entstanden sind Einzimmerwohnungen zwischen 27 und 56 Quadratmetern. Es gibt einen Aufzugsturm und Brücken, die alle Stockwerke miteinander verbinden.

Hausboot bei Berlin

Nach wie vor Gewässer kreuzt ein Frachtcontainer in der Nähe von Berlin. Das mobile Zuhause besteht aus einem Floß und einem zehn Meter langen Container. Der große Vorteil: für so ein mobiles Heim braucht man keine Baugenehmigung. Immer mehr Menschen schaffen sich Liegeplätze für Hausboote, das Container-Boot ist eines davon. Der fröhlich gelbe Anstrich und die großen Glasflächen ergänzen den luftigen Innenraum. Auf der Terrasse rund um das Haus ist jede Menge Platz, hier kann man in der Sonne liegen oder angeln. Das schwimmende Zuhause treibt sich selbst an und ist dadurch mobil.

Betriebsgebäude in der Steiermark

Ein besonderes Stück Container-Architektur ist das Weinlogistik-Unternehmen Vinofaktur in Vogau, in der Steiermark. Das Wiener Architekturbüro BWM errichtete für das Unternehmen ein 60 Meter langes und 12 Meter hohes Stahlregal, „das an ein Weinregal erinnert und mit Frachtcontainern bestückt ist“, beschreiben es die Autoren. Auf diese Weise wird die Funktion als Logistik-Lager veranschaulicht. Die Beschriftung auf den Containern verweist auf die lokalen Produkte aus der Steiermark, wie Kernöl, Schnaps oder Fleisch.

Container-Turm

In den Weinbaugebieten Australiens befindet sich das Containerprojekt für ein Weingut, das aus einem Turm, einem Marktstand und einem Eventbereich besteht. Die Konstruktion besteht aus grauen, holzverkleideten Containern, geplant vom Architekturbüro Cumulus Studio.

Wohnen im Container

Ein Einfamilienhaus aus zwei Frachtcontainern mit einem Dach aus recycelten Polycarbonatplatten wurde in Peru errichtet. In der Kleinstadt Pachacutec sind die meisten Behausungen improvisiert. TRS Studio wollte mit diesem Projekt eine Alternative mit gesunder und robuster Bausubstanz schaffen.

So sieht es innen aus

Ziel war es, ein Exempel für langlebiges und nachhaltiges Bauen zu statuieren.

 

Buchtipp

Container Atlas. Handbuch der Container Architektur“  ist im gestalten Verlag erschienen, € 49,99

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