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freizeit
03/05/2021

Warum diese Urlaubsvideos wie ein Drogenrausch wirken können

Filme mit Strandschönheiten und "Deep House" werden millionenfach geklickt. Was die Gründe sein könnten.

Sie sind ein höchst interessantes Phänomen, die Musikvideos, die seit geraumer Zeit millionenfach auf Youtube geklickt werden. Sie sind alle mit lasziv posierenden Frauen aufgemacht, versprechen mit Meeres- und Strandparty-Bildern Sommer und sind mit "Deep House" untermalt (das aber viel mehr EDM als Deep House ist). Und sie dauern Stunden lang. Seit Corona boomen sie offenbar noch mehr. Zigfach fragt wer in der Kommentar-Sektion: "Wer sieht sich das noch aller während der Quarantäne an?"

Aber warum eigentlich funktioniert die Mischung aus Stock- und Drohnen-Videos, selbstgedrehten Handy-Aufnahmen und eingängiger Musik so gut? Die Expertinnen und Experten der KURIER Freizeit haben sich die Köpfe zermartert und wagen mehrere Vermutungen. "Weil sie als Sehnsuchtsclips für ferne Ziele ebenso gut funktionieren, wie sie auch in unserem Kopf einen Erinnerungsschalter an vergangene Urlaube umlegen: einfach, aber wirksam!", war eine Meinung.

"Man möchte einfach dort sein. Ich halt die Musik nicht aus, aber die Bilder sind der Hammer", war auch zu hören.

Wie die Bacardi-Werbung

Und dann gab es noch das. "Diese Kombi aus angesagter Musik, Beach Locations und Bikini-Girls, entsprechen der XXXLarge-Version des guten alten Bacardi-Spots. Wenn man zuschaut, muss man sich nicht als Spanner genieren; wenn man zuhört, kommt man auch in Sommerstimmung."

Und die türkisen Bilder - nicht nur von Tropen, auch aus Ibiza - machen etwas mit unserem Gehirn. Beim Betrachten eines Karibik- oder Tropen-Motivs wird laut Psychologen Alfred Gebert halt ein Reflex ausgelöst. Zum dem Reiseportal SecretEscapes hat er (wie die Frankfurter Rundschau berichtete) einmal gesagt: „Wir nehmen niemals nüchtern auf, was wir sehen. Ein Bild verknüpfen wir mit den Erfahrungen, die unser Gehirn im Laufe unseres Lebens dazu abgespeichert hat.“ Dabei handle es sich meist um positive Attribute wie Wärme, Glück, Sorgenfreiheit, Entspannung und gute Laune.

Wie ein leichter Drogenrausch

„Das Bild wird somit zur Projektionsfläche persönlicher Wünsche und löst ein intensives Gefühl aus, an diesem Ort sein zu wollen. Die freigesetzten Glückshormone ähneln einem leichten Drogenrausch“, erläutert Gebert. Begünstigt wird die positive Wirkung dieser Bilder durch häufig wiederkehrende Farben wie Blau, Grün und Türkis. Diese stehen für Ruhe, Harmonie und Selbstfindung.            

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