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freizeit
11/12/2019

Warum schieben wir Dinge auf, obwohl sie erledigt werden müssen?

Jeder kennt das bekannte Phänomen der "Aufschieberitis", die Freizeit wollte wissen, was es mit dem "mach ich morgen" auf sich hat.

von Barbara Reiter

Zu einem g’scheiten Herbst gehört eine Erkältung dazu wie eisiger Wind und Regen (wobei das seit der Klimaerwärmung gar nicht mehr so sicher ist). Es gibt allerdings auch „Krankheiten“, die das ganze Jahr über grassieren und vor denen man nie und nirgendwo auf der Welt sicher ist. Das klingt gefährlich und kann es auch sein, weshalb Psychologen dafür den Fachbegriff Prokrastination entwickelt haben. Das ist die Angewohnheit, Dinge so lange hinauszuzögern, bis es nicht mehr anders geht – was im schlimmsten Fall unser Leben schwer beeinträchtigen kann, Stichwort Depression und/oder Arbeitslosigkeit. Zum Glück ist aber meist nur die leichte Prokrastination, im Volksmund „Aufschieberitis“ genannt, so verbreitet wie Erkältungen im Herbst.

Darunter leide auch ich, wie ein Beispiel aus meinem Leben zeigt. Ich wasche zwar gerne Wäsche (mit der Maschine), hänge sie aber nur ungern auf. Wenn meine „Digital Inverter“ mit einer Sequenz aus Schuberts Hit „Die Forelle“ das Ende seiner Tätigkeit verkündet (kein Scherz), klingt das für mich wie Ennio Morricones „Spiel mir das Lied vom Tod“. Im selben Moment prokrastiniere ich und mache alles – bis auf  ...  genau! Auf YouTube Katzen-Videos schauen ist mein Favorit, gefolgt von Sonnenuntergangsbildern, die ich auf Instagram like. Aber warum schiebt man Dinge auf, obwohl man sie ja doch erledigen muss?

Für leichte und schwere Fälle gilt: Wenn man vermeidet, was Angst macht, anstrengend oder schlichtweg langweilig ist, erlebt man die kurzfristigen Konsequenzen als positiv. Das klingt banal, ist aber oft komplizierter als man denkt. Und zwar dermaßen, dass sich Professor Timothy Pychyl aus Ottawa auf Prokrastination spezialisiert und die Universität Münster eine Prokrastinationsambulanz eingerichtet hat. Ist das eine Option für mich? Ottawa nicht, weshalb ich die Distanz ‚Münster-Brunn‘ google: 960 Kilometer! Ich muss mein Wäsche-Thema selber lösen. Dafür gibt’s wie für jede Art von „Alltags“-Aufschieberitis aber eh nur eine Strategie: Die Dinge einfach tun. Hugh, sagt der Hausverstand!

Ach ja, ich muss heute noch Waschpulver kaufen. Obwohl: Das hat auch Zeit bis morgen.

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