freizeit | Salz und Pfeffer
01.12.2018

Florian Holzers Restauranttest: Porto

Eine Erinnerung an Orte, wo auch James Bond gerne was trinken würde.

Das Hotel „Das Triest“ ist bekannt dafür, dass hier gerne mal der eine oder andere Rockstar absteigt, für sein elegantes RestaurantCollio“, die legendäre „ Silver Bar“ und deren noch legendäreren Barkeeper Keita. Nun wurde lange umgebaut, es kamen 50 neue Zimmer dazu und ein neues Lokal gibt’s auch: Das „Porto“ beherrscht mit seiner riesigen Markise den kleinen Rilkeplatz und erinnert mit seinem großartigen Holz-Leder-Marmor-Messing-Design an Orte, wo auch James Bond gerne was trinken würde. Platz dafür gibt’s reichlich, zwei große Räume, zwei kleine, eine Bar, viele Nischen. Die Küche stellt der ultra-coolen Atmosphäre ein unkompliziertes Bistro-Konzept gegenüber,  etwa einen optisch spektakulären Salat aus Roten Rüben, Rucola, Kichererbsen, Schafskäse und Nüssen, sehr gut, aber da fehlt noch ein bisschen der Witz (11,– €). Spezialität des Hauses sind zweifellos die „Bruschette“, die mit dem italienischen Original zwar wenig gemein haben, aber egal: Die Version „Prosciutto“ bekam mit Pilzragout, Paprika-Creme, knusprigem Parmesan, Mozzarella, jeder Menge Rucola und (recht wenig) Prosciutto vielleicht etwas zu viel des Belags ab, aber dafür wird man von so einem Brot einigermaßen satt (11,– €). Die „Garganelli“ – eine Art Penne – mit Entenkeulen-Ragout und Champignons ebenfalls großzügig bemessen und auch sehr gut (15,– €). Wer mit der Auswahl an glasweisen Weinen kein Auslangen findet, kann auf die Weinkarte des „Collio“ zurückgreifen und danach eventuell noch einen „No Groni“ nehmen, eine Negroni-Variante mit österreichischem Gin, Wiener Wermut und steirischem Bitter.

Porto,
Wien 4, Rilkepl. 4,
Tel: 01/589 18-138,
Mo-So 11-02,
www.dastriest.at


Bewertung:
   Küche: 26 von 35
   Keller: 7 von 10
   Service: 14 von 15
   Atmosphäre: 15 von 15
   Preis/Wert: 15 von 20
   Familie: 3 von 5
Gesamt: 80 von 100

florian.holzer@kurier.at