freizeit | Salz und Pfeffer
09.06.2018

Florian Holzers Restauranttest: Donauturm

Essen mit Aussicht im Ambiente der 60er Jahre. Der Donauturm wird neu bekocht.

Der Donauturm, Anfang der 1960er-Jahre gebaut, 252 Meter hoch, einstmals mit dem schnellsten Lift Europas ausgestattet, allseits beliebtes Ziel von Schulausflügen. Und über 50 Jahre hindurch legendär wegen des berüchtigt schlechten Essens, das dort im drehenden Restaurant (eine Umdrehung in 26 Minuten) auf 170 Metern Höhe serviert wurde.
2015 übernahm eine Gruppe von Unternehmern – Touristiker Blaguss, Souvenirhändler Fessler, Gastronom Matthias Kamp (Albertina Passage) – das Wahrzeichen im Donaupark, sanierte seit Jänner 2018 und eröffnete Mitte Mai das Restaurant am Donauturm neu. Und siehe da – es geht offenbar, wenn man will und weiß, wie’s geht: Architekt Gregor Eichinger sorgte für großartiges „Retro“-Design im Stil der 60er; der Service ist kompetent, freundlich bis herzlich; die Karte liest sich interessant, eine gute Mischung aus Wiener Klassik und Ausflügen ins Saisonale, die angebotenen Weine sind großartig und erstaunlich günstig. Und die Location ist nach wie vor atemberaubend. Die marinierte Lachsforelle mit Forellenkaviar, Gurkengemüse und einer Sauce aus Nuri-Sardinen war tadellos (15,50 €), die knusprigen Ganslpralinen mit Holler-Rotkrautsalat vielleicht ein bisserl trocken (7,90 €), das knusprig gebratene Filet vom „Donauwaller“ (angeblich wirklich in der Donau gefangen!) mit Szegediner Kraut und Erdäpfel dafür wirklich großartig (26,50 €). So gut hat man am Donauturm höchstwahrscheinlich noch nie gegessen und getrunken, und ja, die 14,50 Euro für das Lift-Ticket sind kein Klacks, aber ganz ehrlich: Das Erlebnis ist es wert.

Restaurant im Donauturm,
Wien 22, Mispelweg 8,
Tel: 01/263 35 72, Reservierung notwendig,
Mo-So Mittags-Service um 12 und 14, abends um 18 und 21 Uhr,
www.donauturm.at

Bewertung:
   Küche: 26 von 35
   Keller: 6 von 10
   Service: 15 von 15
   Atmosphäre: 15 von 15
   Preis/Wert: 16 von 20
   Familie: 5 von 5
Gesamt: 83 von 100


florian.holzer@kurier.at