© 24 Bilder FIlm/Lena Wendt/Ulrich Stirnat

freizeit
05/29/2019

Roadtrip durch Afrika: 2 Menschen 2 Jahre 1 Traum

Wenn einer eine Reise tut, kann er viel erzählen - oder zeigen. So wie Lena Wendt & Ulrich Stirnat nach ihrem Roadtrip durch Westafrika.

Ein halbes Jahr Auszeit, ein alter Land Rover - und ab geht die Post.

Wer träumt nicht manchmal davon, einfach zu anderen Ufern aufzubrechen. Gerade jetzt, gerade zum Anbruch der Urlaubszeit. Lena Wendt und Ulrich Stirnat aus Hamburg haben es getan. Und sie haben einen Film darüber gedreht: "Reiss aus. Zwei Menschen, zwei Jahre, ein Traum" (Österreichstart: 7. Juni).

 

Aber erst einmal kam alles anders als gedacht. Statt einem halben Jahr wurden ganze zwei daraus, statt einer Handvoll Länder immerhin vierzehn verschiedene und die zurückgelegten 46.082 Kilometer sind auch nicht schlecht. Im ursprünglich angepeilten Südafrika sollte das Paar übrigens nie ankommen. Dafür haben Lena und Ulli einen ganzen Kontinent entdeckt und viele Menschen mit Herz getroffen.   

Aber von Anfang an. Lena Wendt ist von Klein auf von Afrika und vom Reisen begeistert. Nach dem Studium wird sie Journalistin beim Norddeutschen Rundfunk, gestaltet Reisereportagen und denkt sich: "Das ist es!" 

Wieso eigentlich gerade Afrika?

Lena Wendt: Seit ich klein war, hat mich dieser Teil der Erde magisch angezogen. Egal, welches Land, wenn ich afrikanischen Boden betrete, ist es für mich wie nach Hause kommen. Sicher ist auch meine Mutter ,schuld'. Sie hat als Kind immer mit ihrem großen Bruder "Daktari" geschaut. Ihr Lebenstraum war es, gemeinsam mit ihm nach Kenia zu reisen und einen Schimpansen zu besitzen. Beides hat sie quasi geschafft. Ihr Stoffschimpanse hat in meinem Bett geschlafen und ihr Reisefieber hat sich voll und ganz auf mich übertragen... 

Wie viel Mut gehört zu dieser Art des Reisens?

Den meisten Mut braucht es um loszulaufen. Aber sobald ich das geschafft habe, merke ich, dass es gar nicht so schlimm war. Und mit jedem zurückgelegten Kilometer weicht die Angst diesem unglaublichen Gefühl von Freiheit und Leichtigkeit, dem Gefühl einfach zu sein.   

 

Die Route der Beiden: Zwei Jahre lang reisen sie durch Marokko, Mauretanien, Senegal, Guinea-Bissau, Gambia, Mali, Burkina-Faso, Elfenbeinküste, Ghana, Togo, Benin, Liberia, Sierra Leone, Guinea. Sie übernachten in einem 2 Quadratmeter kleinen Zelt. Und sie müssen immer damit rechnen, dass sich Konflikte in ihren Weg stellen. Denn Ulli ist der Organisierte, Lena die kreative Chaotin, die immer etwas Neues entdecken möchte.

Wie sind Sie mit den kulturellen Unterschieden umgegangen? 

Lena: Das Schwierigste für mich war es, einen guten Umgang mit den bettelnden Kindern und manchmal auch Erwachsenen zu finden. Kaum haben wir irgendwo angehalten, kamen die Kids angerannt und wollten was haben. Und was machst du dann? Meine Lösung lautete dann irgendwann ganz einfach: Wir tauschen. Selbst der ärmste kleine Bettler kann im Zweifel auf eine Palme klettern und Kokosnüsse runterholen. Wir haben die tollsten Dinge durchs Tauschen bekommen und die schönsten Momente erlebt - und das auf Augenhöhe.

     

Früh wurde Lena und Ulli klar, dass ihre gemeinsame Reise zu einem Film werden sollte. Und zu einem Buch. "Reiss aus. 46.000 Kilometer durch Afrika oder Von einer, die auszog, vom Leben zu lernen" (Knesebeck Verlag) ist bereits im Frühjahr erschienen. Der Film startet in Österreich mit einer richtigen Städtetour am 7. Juni in Graz, in der Kinowelt Annenhof. 

Was machen Sie eigentlich, wenn Sie nicht in der weiten Welt unterwegs sind?

Von ihr träumen, von ihr erzählen, auch im Rahmen unseres Films und meines Buchs. Surfen, Meditieren, Yoga unterrichten, mit Freunden Zeit verbringen, lachen, lieben und jeden Tag versuchen, die Person zu sein, mit der ich die meiste Zeit verbringen möchten.

Und Ihr nächstes Reiseziel?

Im Anschluss an unsere Kino-Tour: GANZ sicher ein afrikanisches Land!