© Hofer Stefan

freizeit Reise
12/16/2019

Philippinen: Die bizzare Welt der "Chocolate Hills" auf Bohol

Die philippinische Insel in den Central Visayas besticht mit einem geologischen Kuriosum. Ein Lokalaugenschein.

von Stefan Hofer

Bitte lächeln! Bei der weltweit grassierenden Selfie-Kultur rĂĽckt das eigentliche Fotomotiv  zu oft in den Hintergrund. Schade, denn die "Chocolate Hills" haben sich die Aufmerksamkeit verdient. Die grasbewachsenen KarsthĂĽgel inmitten der philippinischen Insel Bohol bestechen durch ihre fast perfekte Kegelform  – und ihre schiere Anzahl. Wir haben nicht gezählt, aber mindestens 1.268 der ĂĽberdimensionalen MaulwurfshĂĽgel soll es geben. Weltweit einzigartig.

Dementsprechend viel los ist auf der Aussichtsplattform nahe des Ortes Carmen, von der aus man obigen Panoramablick auf die Instagram-taugliche Landschaftsformation genieĂźt.  Der Name ist treffend: Wenn sich das Gras in  der Trockenperiode braun verfärbt, erinnern die HĂĽgel an ĂĽberdimensionale SchokokĂĽsse. Wer hĂĽbsche Fotos schieĂźen will, sollte deshalb nicht nur die Tageszeit beachten, sondern auch die Jahreszeit. Von dem Taifun, der Anfang Dezember auf den Philippinen wĂĽtete, blieb Bohol im Herzen der Inselgruppe der Visayas verschont. 

Per Moped  – mit Helm und "nur" zu zweit auf dem Zweisitzer sind wir sofort als Touristen enttarnt – geht’s auf der schnurgeraden LandstraĂźe  vom Landesinneren Richtung SĂĽden weiter zur "Tarsier Conservation Area". Tarsier sind kleine Primaten, die in SĂĽdostasien beheimatet  und meist als „gefährdet“ eingestuft sind. Dort kann man Philippinen-Koboldmakis beim Schlafen beobachten. Diese Art kommt nur auf sĂĽdöstlichen Inseln des Landes vor. Ihre groĂźen Augen bei geringer Körpergröße ziehen die Blicke der Besucher auf sich. Ob ihre Physiognomie schaurig oder niedlich wirkt, möge jeder fĂĽr sich entscheiden. 

Wir übernachten nur wenige Kilometer entfernt am Loboc River. Tipp: Bei Einheimischen ein Kanu ausleihen und den von Palmen gesäumten Fluss erkunden. Auch eine Zip-Line gibt es.

Die wahre Währung ist ein Lächeln

Zum Lächeln ist die aufrichtige Herzlichkeit der Einheimischen. Wir waren weitergetrampt, zu Sandstränden im Osten auf der Halbinsel Panglao.  Blöd nur: Meine neue Surferhose (ein Geschenk!) hatte ich nach dem Paddeln am Loboc River auf der Wäscheleine der Unterkunft "Stephanie Grace" vergessen. Ein freundlicher Anruf beim Quartiergeber wirkte Wunder. Die Badehose hing, inzwischen trocken, noch dort. Ein Tuk-Tuk-Fahrer tauchte tags darauf bei uns am vierzig Kilometer entfernten Strand grinsend auf. Mit Badehose in der Hand. Wir haben ihn fĂĽrstlich entlohnt – in Pesos und in Lächeln. Die Währung, die auf Bohol wirklich zählt.

Essen: Mangos (nicht so säuerlich wie indische), LechĂłn (geröstetes Spanferkel mit LebersoĂźe, bei  Feiern sehr beliebt), ein Snack fĂĽr Mutige: Balut (angebrĂĽtetes und dann gekochtes Entenei)
Natur und Tiere: Chocolate Hills, die Koboldmakis bei der Tarsier Foundation, Schmetterlingsfarm
Strände und Action: White Beach auf der Halbinsel Panglao im Osten, Schnorcheln und Tauchen auf der vorgelagerten Insel Pamilacan Island, Kanufahrt und Zipline am Loboc River

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