Die Ministrände beim Capo Vaticano sind fast immer leer, aber schwer zu erreichen.

© Halbhuber Axel

freizeit Reise
06/12/2021

Der Weg zum einsamen Strand ist steil, besonders in Kalabrien

Tropea, Pizzo und die Sonne Kalabriens: Kein Wunder, dass hier die Götter wohnten. Obwohl so wenig Platz am Strand ist.

von Axel Halbhuber

Man muss in Kalabrien nicht lange nach einem Strand zum Alleinsein suchen. Auf fast allen Stränden ist genug Platz, um nicht hören zu müssen, wenn der nächstgelegene Sonnenanbeter sein Buch umblättert. Dieser Abschnitt des italienischen Stiefels (unteres Schienbein über Rist bis zu den Zehen) heißt der Legende nach „Küste der Götter“ und weil Götter ja groß sind, haben die zum Strandliegen genug Raum hinterlassen.

Wenn man aber in der Gegend um Pizzo ist, unternimmt man wie fast jeder Tourist irgendwann die Bootstour von Tropea zum Capo Vaticano. Da fährt man dann erstens an der Postkartenkulisse der Klippenstadt Tropea vorbei (pfau, schau!), zweitens an malerischen Felsenformationen und Höhlen (hui, schau!) und drittens an winzigen Stränden zwischen diesen Felsenwänden, die man vermeintlich nur vom Meer aus erreicht (Wahnsinn, aber schau mal, da geht ein Weg hinunter!!!). Hat man erst einmal erkannt, dass diese versteckten Strandminiaturen zu Fuß erreichbar sind, werden kleine Strände mit wenig Platz plötzlich auch interessant. Man hat kaum mehr ein Auge für den Vulkan Stromboli und die Meeresenge von Messina, die man beide an klaren Tagen von hier aus sieht.

Wer sich dann wirklich auf den Weg macht, sollte für dieses Unterfangen einen Tag einplanen. Die Straßen, die zu den steilen Abstiegswegen führen, sind rumpelig, die Pfade selbst noch anstrengender als gedacht (die Tatsache, dass das alle in Badeschlapfen machen – man geht ja schließlich zum Strand –, hebt den Unterhaltungswert zusätzlich), und alles mitbringen muss man auch noch, so ein alleiniger Strand hat keinen Kiosk. Die Ministrände sind es dennoch wert.

Wer das hinter sich gebracht hat, braucht ein Eis und da ist natürlich gut, dass man in Pizzo ist, wo das berühmte „Tartufo“ erfunden wurde (ja, deswegen heißt es mit ganzem Namen auch „Tartufo di Pizzo“). Es hat mit Trüffel (tartufo) eigentlich nichts zu tun, sieht aber angeblich aus wie eine überdimensionale Trüffelpraline, zumindest schmeckt es genau so intensiv. Alle der Dutzenden Eisgeschäfte auf der Piazza della Repubblica behaupten, das beste zu haben und bieten neben dem Original (Nuss- und Schokoeis, mit Schokosauce gefüllt, in Kakao und Zucker gewälzt) viele Variationen von Pistazie bis weiße Schokolade. Ein Paradies für Milcheisfreunde, die Vorhölle für Fruchteisfans.

Wer nach dem Strandabenteuer und der Eisorgie einen kühlen Platz sucht, sollte dann unbedingt in der Chiesetta di Piedigrotta vorbeischauen. Die kleine Kirche wurde im 16. Jahrhundert von Schiffbrüchigen als Dank für ihr Überleben gegründet, 1880 begann der Künstler Angelo Barone, die Höhle zu vergrößern und Figuren aus Jesu Leben aus dem Tuff herauszuarbeiten. Seine Nachfahren machten damit weiter.

Top 3

Schräg: Die Chiesetta di  Piedigrotta ist eine in Tuffstein gehauene Grotte bei Pizzo, unbedingt besuchen!
Köstlich: Unter den vielen Eisgeschäften in Pizzo sind die „Bar Ercole“ und die „Bar Raffaele“ zu empfehlen.
Riesig: Im Vorjahr eröffnete der  „Falkensteiner Club Funimation Garden Calabria“ mit dem größten Hotelpool Italiens, für Familien ein sehr gutes Basislager zur Kalabrienentdeckung, falkensteiner.com.

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