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freizeit Reise
10/20/2020

Corona: Nicht das Reisen ist gefährlich, sondern das Verhalten

Es ist nicht bewiesen, dass etwa Hotelaufenthalte zu erhöhter Infektionsgefahr führen. Auch bei Experten könnte sich ein Schwenk in Sachen Reisewarnungen abzeichnen.

von Stefan Hofer

Erstmals finden kommende Woche österreichweit einheitliche Herbstferien statt. Zudem laufen  die Vorbereitungen für die Wintersaison auf Hochtouren, viele Skigebiete präsentierten in den vergangenen Tagen Corona-Präventionskonzepte. Doch vor allem die bestehende deutsche Reisewarnung für Tirol sei schwierig, betonte am Montag Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler erneut.

Generell wird in den vergangenen Tagen die Frage, ob und wie gefährlich Reisen im Bezug auf das Coronavirus ist, verstärkt diskutiert. Anerkannte Experten äußerten sich zuletzt entgegen des lange herrschenden Dogmas über das Infektionsrisiko durch Urlaubsrückkehrer.

Das Robert-Koch-Institut in Deutschland, dessen Bewertungen für die deutsche Regierung bei Reisewarnungen maßgeblich sind, kommt in einem aktuellen Strategiepapier zum Schluss, das Risiko sei nicht primär an den Ort der Reise gebunden, sondern hänge „wesentlich von dem Verhalten des Einzelnen in einem Gebiet mit Virusübertragungen ab“.

Zahlen der  Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) untermauern das: Fast 60 Prozent der identifizierten 734 Cluster zwischen 5. und 11. Oktober waren auf Haushalte zurückzuführen. (Link AGES-Cluster Settings KW 41)

Kaum eine Rolle spielten dagegen Reisen sowie die Hotellerie und Gastronomie mit elf bzw. zwölf Clustern. Das Virus kommt also doch nicht mit dem Auto nach Österreich, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz Ende August im Zuge der Reisewarnung gegen Kroatien gesagt hatte.

Knapp zwei Monate später sind Reisewarnungen nun für Österreich selbst das Problem. Die Corona-Maßnahmen und Vorschriften in den Skigebieten müssen daher so durchdacht sein, dass wichtige Herkunftsländer der Wintergäste ihre Reisewarnungen gegen Österreich fallen lassen. Gleichzeitig dürfen sie aber auch nicht so streng sein, dass keiner mehr kommen mag.

Hinweis: Was die nun beschlossenen Maßnahmen für die Reisebranche bedeuten, hören Sie im Podcast

Maßnahmenbündel

Der Fokus auf den Tourismus bringt für die Branche zumindest einen Vorteil mit sich: In der österreichischen Hotellerie und Gastronomie hat man schnell gelernt, das Virusproblem mit Anstrengungen in den Griff zu bekommen. Im Sommer haben Seilbahnen geübt, wie  der Winter stattfinden kann.

Hotel-Mitarbeiter und Gäste werden auf Covid-19 getestet; oft vergünstigt, manchmal gratis. Teils vor der Ankunft, teils vor der Abreise,  oft beides. Es gibt Sicherheits- und Hygienekonzepte. Oder, in der Wintersaison, Anstellzonen mit Abstand – ob beim Skiverleih oder vor Liftstationen. In Kitzbühel hat man den Betriebsstart auf 8 Uhr vorverlegt, um die „Besucherströme zu entzerren“. In einigen Skigebieten schaffte man Desinfektionsgeräte für die Gondeln an. Online-Reservierungen für Tickets gehören zum Alltag.

Thermensaison

Auch in den Thermen rüstet man sich: Alles kann online reserviert werden – von Massagen bis zum Essen, so Gernot Deutsch, Obmann des Thermen- und Vulkanlandes in der Steiermark. Der Druck  ist hoch, macht doch der Tourismus  15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.

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