© Getty Images/iStockphoto/JackF/iStockphoto

freizeit Mode & Beauty
05/15/2020

Wie sage ich dem Friseur, dass mir das Ergebnis nicht gefällt?

Selbst scheinbare Kleinigkeiten können sich auf das Wohlbefinden auswirken. Was ein Friseur rät - und wie die rechtliche Lage aussieht.

von Maria Zelenko

In den vergangenen zwei Wochen hatten die heimischen Friseure einiges nachzuholen. Seit der Wiedereröffnung der Salons mussten unzählige Ansätze nachgefärbt und herausgewachsene Schnitte wieder in Form gebracht werden. So manche größere Typveränderung dürfte ebenfalls auf dem Programm gestanden sein. Denn vor allem Frauen haben nach einschneidenden Lebensereignissen häufig das Bedürfnis, sich auch auf dem Kopf zu verändern.

Der Grund: Mit dem neuen Look findet auch ein emotionaler Verarbeitungsprozess statt. Der langsame Transformationsvorgang von der Selbstisolation zurück zur „neuen Normalität“ dürfte somit sein Übriges zur Lust nach einer neuen Frisur beigetragen haben.

Wohlfühlgarantie

Doch was tun, wenn die gewünschte Änderung doch nicht den eigenen Geschmack trifft? Auch wenn es viele als unangenehm empfinden, sollte unbedingt das Gespräch mit dem Friseur gesucht werden. „Beim Besuch im Salon ist eine unausgesprochene Wohlfühlgarantie inkludiert“, sagt Friseur Hannes Steinmetz vom Steinmetz-Bundy Privatsalon. „Der Kunde muss danach durch und durch glücklich mit dem Ergebnis sein.“

Der Profi weiß: Bereits eine kleine Nuance kann einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden haben. „Ist die braune Farbe ein wenig zu dunkel geworden oder das Ergebnis zu rötlich, macht das für die Kundin einen riesigen Unterschied.“ Jeder gute Friseur reagiere verständnisvoll auf einen Korrekturwunsch.

Steinmetz: „Mein Appell ist, etwaige Unzufriedenheit sofort kundzutun. Meist handelt es sich für Haarstylisten nur um sehr kleine Veränderungen, die ohne Probleme umgesetzt werden können.“

Mangel des Werkes

Aus rechtlicher Sicht ist eine Korrektur sogar Pflicht, weiß Anwalt Martin Neuwirth. „Auch wenn es kein schriftlicher Vertrag ist, besteht dennoch zwischen Friseur und Kunde ein Werkvertrag“, erklärt der Experte. „Entspricht das Ergebnis nicht dem, was vereinbart war, liegt ein Mangel des Werkes vor und muss verbessert werden. Dies ist dann der Fall, wenn zum Beispiel die blonden Haare grünlich wirken.“

Sein Geld zurückverlangen könne man, wenn das Ergebnis nicht verbesserbar ist, weil beispielsweise Strähnen nach einer zu starken Blondierung abbrechen. Recht auf Schadensersatz bestehe erst, wenn dem Kunden durch die misslungene Frisur Folgeschäden entstehen. „Dazu würde bei einem Model ein entgangener Job zählen“, erklärt Neuwirth.

So weit kommt es bei einem guten Friseur freilich nicht. „Die Königsdisziplin eines Friseurs ist das gute Zuhören“, sagt Steinmetz. Gut vorbereitet sollte jedoch im Idealfall auch der Kunde sein. „Gerade, wenn es um eine Veränderung geht, ist die Visualisierung dieser wichtig.

„Am besten ein paar Fotos vorbereiten, auch gerne von Promis. Für mich ist das eine großartige Unterstützung.“ Hin und wieder bekomme er Wünsche unterbreitet, die nicht typgerecht seien. „Das kommuniziere ich auch immer klar. Es soll ja am Ende schön aussehen. Und die meisten schätzen die Meinung des eigenen Friseurs Gott sei Dank sehr.“

Und wenn man selbst keine klare Idee von dem hat, was auf dem Kopf passieren soll? „Ein intensives Gespräch mit dem Haarprofi suchen“, rät Hannes Steinmetz. „Erst danach sollte mit dem Umstyling begonnen werden.“