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freizeit Mode & Beauty
02/01/2020

Sinkende Verkaufszahlen: Warum die Handtasche in der Krise steckt

Die goldenen Zeiten der It-Bags scheinen vorbei – ein anderer Alltagsbegleiter ist am Vormarsch.

von Maria Zelenko

Was für den Mann die Uhr ist, war für die Frau stets die Handtasche: ein Statussymbol. Doch der unverzichtbare Alltagsbegleiter geht nicht mehr so leicht über die Ladentheke wie einst. Eine kürzlich vom Marktforschungsinstitut NPD veröffentlichte Analyse zeigt, dass 2019 in den USA die Handtaschenverkäufe in den ersten acht Monaten um satte 20 Prozent sanken. Und auch hierzulande stand es um die Popularität des Accessoires schon mal besser. 2019 suchten Österreicher über die Modesuchmaschine Lyst um 26 Prozent weniger nach dem Begriff "Handtasche".

Es handle sich bei diesen Entwicklungen um einen großen Umschwung, schrieb NPD-Analystin Beth Goldstein auf der Website des Marktforschers: "Das Konsumenteninteresse hat sich hin zu Produkten verschoben, die für Komfort Zuhause sorgen", erläutert die Expertin einen der Gründe für die sinkenden Umsatzzahlen im Handtaschen-Segment. Auch Entertainment- und Wellnessprodukte seien auf der Interessen-Skala weit oben. Wenn Accessoires gekauft werden, müssen sie vor allem eines sein: vielseitig.

Das zeigen auch die Zahlen.

NPDs Datenerhebung ergab, dass im gleichen Zeitraum, in dem weniger Handtaschen gekauft wurden, der Verkauf von Rucksäcken um 12 Prozent anstieg. Lyst verzeichnete beim Interesse an Letzterem im Vorjahr ein kräftiges Plus von 47 Prozent.

Stylish und praktisch

"Die Nachfrage nach Rucksäcken ist bei unseren Kunden definitiv gestiegen", sagt Katrin Meyer, Senior Buyer für den Steffl The Department Store, im Gespräch mit dem KURIER. "Die Akzeptanz ist heute viel höher als früher, wo sie nur von Kindern zur Schule getragen wurden." Nicht nur junge Klientel greift immer häufiger zur praktischeren Alternative, weiß die Einkäuferin. "City-Rucksäcke, also Modelle mit außergewöhnlichem Design, werden vermehrt von modischen Frauen über 40 gewählt." Um den veränderten Kundenwünschen gerecht zu werden, stellen mittlerweile auch Luxus-Modehäuser wie Chanel und Gucci sicher, in ihre Kollektionen sportliche Modelle zu integrieren.

Ist somit das Ende der Handtasche nah? Nein. Die Ansprüche an das Anhängsel haben sich nur geändert. Denn was sich die Kundin vom Rucksack erwartet – praktisch, aber dennoch gut aussehend – wird auch bei der Wahl des Klassikers immer öfter berücksichtigt. Auch, wenn zuletzt auf den Laufstegen von New York bis Paris Micro Bags, ultrakleine Modelle, in die nicht einmal das iPhone passt, gezeigt wurden – diese dürften mehr Marketing-Strategie als Kassenschlager sein. Letztere sind nicht nur hübsch zum Ansehen, sondern auch vom Büro bis zur Bar einsetzbar. Bestes Beispiel: die chronisch ausverkauften Bottega-Veneta-Modelle und die ultrapopuläre "Book Tote" von Dior.

 

Junge Konkurrenz

Dass die Handtasche nicht mehr das einstige Statussymbol ist, liegt auch an der steigenden Nachfrage nach jungen Labels wie Wandler oder Stand Studio. Modefans zeigen sich auf Instagram nicht mehr nur mit sogenannten It-Bags von Fendi und Hermès, sondern wollen bewusst mit weniger bekannten Marken Individualität präsentieren. "Die Marke ist nach wie vor ein wichtiges Verkaufsargument", weiß Katrin Meyer. Jedoch: "Das Logo allein genügt nicht."

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