© Getty Images/Theo Wargo/Getty Images

freizeit Mode & Beauty
01/22/2021

Wie Kamala Harris das Leben eines Jungdesigners schlagartig veränderte

Sowohl Kamala Harris als auch Michelle Obama entschieden sich für Outfits von Sergio Hudson – einem bis dato vielen unbekannten afroamerikanischen Designer.

von Maria Zelenko

Auf wie viele Stunden Schlaf er es in den vergangenen Wochen geschafft hatte, verriet er nicht. Viele dürften es für Sergio Hudson jedoch nicht gewesen sein. Der Designer hatte alle Hände voll zu tun, eines der Angelobungsoutfits-Outfits für die wichtigste Kundin seiner bisherigen Karriere, Kamala Harris, anzufertigen. Eine große Ehre für den bislang vielen unbekannten Modemacher:

Die erste Vizepräsidentin in der US-Geschichte wählte ihn, einen Jungdesigner, anstatt sich von einem alteingesessenen Modehaus einkleiden zu lassen.

Und als ob das nicht schon spektakulär genug wäre, hatte sich auch noch Michelle Obama mit einem Outfit-Wunsch an ihn gewandt. Die ehemalige First Lady nahm gemeinsam mit Ehemann Barack Obama an den Feierlichkeiten anlässlich der Amtseinführung ein – und war die Erste, die sich am Nachmittag in Hudsons Kreationen blicken ließ. Zu einem pflaumenfarbenen Mantel trug die 57-Jährige einen farblich passenden Rollkragenpullover und eine ausgestellte Hose, dazu einen von Hudsons charakteristischen breiten Gürteln.

Nachwuchsförderung

Just in diesem Moment ging Hudson am Flughafen in Philadelphia zu seinem Anschlussflug, der ihn nach getaner Arbeit in Washington zurück in seine Wahlheimat Los Angeles bringen sollte, als er Michelle Obama in der Live-Übertragung auf einem der Fernseher am Gate sah.

„Die Menschen suchen derzeit nach einem Moment der Schönheit und der Hoffnung“, sagt Hudson der US-amerikanischen Harper’s Bazaar. „Und ich schätze, das haben wir ihnen gegeben.“

Dass es auch für den Modemacher ihrer Wahl ein lebensverändernder Moment werden würde, wusste Michelle Obama natürlich. Für ihren ersten Inauguration Ball im Jahr 2009 hatte sie sich für ein weißes Abendkleid des damaligen Jungdesigners Jason Wu entschieden. Dieser hatte erst zwei Jahre zuvor sein eigenes Label gegründet – und fand sich mit einem Schlag in der höchsten Modeliga wider. Obama machte es in den folgenden acht Jahren zu ihrer Tradition, der breiten Masse noch unbekannte Designer zu fördern, indem sie ihre Mode trug.

Und es sieht ganz danach aus, als ob auch Kamala Harris dies plant. Nur sechs Stunden nachdem sich Obama in Sergio Hudsons Entwurf gezeigt hatte, absolvierte auch die US-Vizepräsidentin den ersten Abend in neuer Funktion in einem Look des aus einem 300-Seelen-Städtchen in South Carolina stammenden Nachwuchstalents.

Für Harris entschied er sich für ein mit Pailletten besetztes Kleid und einen bodenlangen Mantel. „Wir haben die Silhouette sehr geradlinig und strukturiert belassen, denn so ist die Vizepräsidentin“, verriet er gegenüber Harper’s Bazaar.

„Aber die fließenden Pailletten verleihen ihr Glamour und Glanz, denn ihr Einfluss und die Art und Weise, wie sie viele Barrieren durchbrochen hat, ist für so viele von uns eine Hoffnung. Sie strahlt, damit wir alle strahlen können.“

Über Nacht berühmt

Kein einziger Afroamerikaner habe es bisher geschafft, eine Marke zu gründen, die auf einer Stufe mit Namen wie Donna Karan, Versace oder Thierry Mugler stehe. „Und ich schäme mich nicht, zu sagen, dass ich das sein möchte. Das ist mein Ziel.“

Der vergangene Mittwoch hat Hudson auf dem Weg dorthin ein ganzes Stück vorwärtsgebracht. Innerhalb von 24 Stunden stieg die Followeranzahl auf dem Instagram-Account seines Labels von 50.000 auf über 120.000. Stars wie Rihanna und Amal Clooney, die seine Mode in den vergangenen Jahren ebenfalls getragen hatten, vermochten das nicht. Harris jedoch schon.

Kamala Harris wird sich in modischen Angelegenheiten wohl auch künftig vertrauensvoll an Sergio Hudson wenden. Mit viel Schlaf wird es vorerst also nichts.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.