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freizeit Mode & Beauty
08/14/2021

Saisonauftakt im Herbst: Neue Freude auf dem Laufsteg

Pop-Farben, Zeppeline mit Botschaften und klassische Front Row – die Inszenierung der Catwalks spiegelt die Themen der Zeit.

von Florentina Welley

Seit Jahrzehnten  sorgen die Fashion Weeks für internationalen  Rummel. Aber weiß wer, wie das Gerangel um Models und Front Row entstanden ist? Als Erfinder des Laufstegs gilt der britische Designer Charles Frederick Worth, der schon 1860 Frauen engagierte, um seine Kleider den Damen der High Society  vorzuführen. Seine Schauen teilten das Publikum erstmals in Zuseher und Models.

Der Beginn des Catwalks

Der „echte“ Catwalk wurde 1901 von der englischen Designerin Lady Duff Gordon etabliert. Sie erfand damals, was seitdem auf internationalen Laufstegen das Um und Auf ist und heute einen ähnlichen Hype auslöst, wie man ihn aus der Pop-Kultur kennt: nämlich eine Inszenierung des Laufstegs mit Musik, Licht und Choreografie.

Mode als Spiegel der Gesellschaft

Duffs Show zeigte erstmals mehr als nur Mode. Sie erhob die Schau zur Performance und zum gesellschaftlichen Ereignis. Bis heute geben Modedesigner so nicht nur modische Statements ab, sondern reflektieren mit der Inszenierung auf dem Laufsteg vor allem den Zeitgeist, der sich in ihren Modeentwürfen manifestiert. Und das sind aktuelle, relevante Themen, da Mode immer auch ein Spiegel der Gesellschaft ist.

Hosenlöcher in Penishöhe 

So zeigte etwa Rick Owens 2015 in seiner Herbst/Winter-Männerkollektion entblößte Körperteile, sichtbar durch Hosenlöcher in Penishöhe, um auf die neue Männlichkeit hinzuweisen. Und die britische Designerin Pam Hogg ließ 2010 bei der London Fashion Week die Models nackt im Ketten-Bondage-Look an den Zuschauern der Front Row vorbeigehen, um darauf aufmerksam zu machen, dass Frauen immer noch als Sex-Objekte gesehen werden.  

Catwalk als Botschaft

Ein Wandel der Gesellschaft und somit der Themen, die heute am Laufsteg in sind, zeigte sich 2020. Der Catwalk als Botschaft - da ließ Balenciaga seine Models in Wintermode über einen überfluteten Catwalk schreiten, um erstmals auf den Klimawandel und den steigenden Meeresspiegel aufmerksam zu machen. 

Virale Modeschauen mit 3D-Tricks

Aber auch seit dem Beginn der Social-Media-Ära, verlagern sich Modeschauen immer öfter ins Netz. Designer von Prada bis Louis Vuitton setzen auf Mixed-Media und rüsten ihre virtuellen Modeschauen mit allen 3D-Tricks aus. Die Pandemie war ein weiterer Grund,  dass viele Fashion Weeks  nicht mehr stattfinden konnten und nicht nur große Modehäuser ihre Liveshows stornierten. Vergangenen September wurden coronabedingt alle Shows abgesagt. Doch nach einem Jahr Pause leben Fashion-Weeks und Laufstege wieder auf.

Je knalliger, desto besser

Allen Totsagungen zum Trotz ist eine neue junge Modeszene auf den Modewochen präsent. Farbenprächtiger und lebensbejahender denn je, präsentierten die Modedesigner ihre aktuellen Herbst-Winter-Kollektionen etwa während der Mercedes Benz Fashion Week in Madrid, die im April über die Bühne ging. Dort erfreuten sie das Publikum mit schrill-bunten Shows, knalligen Showelementen und lebensbejahenden Slogans. „Füllen wir unsere Gegenwart mit Blumen, Sonnenschein, Regenbögen und einer Überdosis Optimismus“,  lautet das Mantra der spanischen Designerin  Agatha Ruiz de la Prada für den Herbst.

Sie setzt es mit fröhlichen Popfarben am Laufsteg, wie in ihrer Kollektion, um. Louis Vuitton wiederum ließ bei der Show in einem düsteren Art-Bunker in  Seoul einen Zeppelin mit der Botschaft „Hope“ steigen. Gemäß dem Motto der Designer, die mit ihren Neu-Inszenierungen nicht nur auf Umwelt, Klima und das Thema der Zeit, „Queerness“, verweisen, sondern vor allem darauf, dass wir trotz Krise, voller Hoffnung in die Zukunft blicken sollten.   

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