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freizeit
05/19/2021

Jeff Bezos, Bill Gates und Co.: Wilkommen im Club der Milliardäre

Alle siebzehn Stunden erhält die Liste der Superreichen Zuwachs. Von Männern. Und die lieben Spielzeuge, große Spielzeuge.

von Bernhard Praschl

Sie haben mehr Geld als Heu, ernähren sich oft bodenständig wie unsereins von Steaks und Hamburgern und führen dennoch – zwischen Traumschiffen und Raumschiffen – ein Leben wie auf einem anderen Stern. Die Mehr-als-Reichen, die absoluten Superreichen, die Milliardäre.

Das US-amerikanische Wirtschaftsmagazin Forbes listet alljährlich eine Reihung dieser Spezies auf. Und diese wartet gerade heuer mit einer Fülle von Überraschungen auf.  Nr. 1: Laut Forbes erfreut sich diese Liste alle 17 Stunden eines Neuzugangs.

Allein im Vorjahr wurden 493 neue Namen in die Liste jener Personen aufgenommen, die mehr als 1 Milliarde US-Dollar (umgerechnet 833 Millionen Euro) besitzen, darunter 210 aus China und Hongkong sowie 98 aus den USA.

Einige von ihnen verdanken diesen Aufstieg einer Erbschaft. Viele aber rücken aus eigener Leistung in diese Liga auf. So wie der stets bescheiden auftretende Bill Gates. Der Microsoft-Gründer blieb einem bodenständigen Lebensstil treu. Während andere um die Länge ihrer Superyachten rittern, hat er Anteile an einer Traktorenfirma.

Überraschung Nr. 2: Dass die von Amazon-Boss Jeff Bezos dominierte Liste beinahe ausschließlich aus Männern besteht, nimmt kaum Wunder. Eher schon, dass auch die scheinbar so kontrolliert und diszipliniert agierenden Meister des Universums mitunter ihren Gefühlen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind.

Schwerreich nach Scheidung

Besagter Jeff Bezos etwa verschaute sich vor einiger Zeit etwas zu sehr in eine Freundin der Familie, die TV-Moderatorin und Helikopter-Pilotin Lauren Sanchez. Beim Schauen blieb es nicht. Und schon servierte ihm seine Ehefrau MacKenzie die Rechnung. Die Folge: Die überraschende Trennung des superreichen Bezos-Paares nach 25 Ehejahren ging 2019 mit der Überlassung eines Aktienpakets im Wert von 38 Milliarden US-Dollar als mit Abstand teuerste Scheidung in die Geschichte ein.

 

Eine Rekordsumme, die möglicherweise noch übertroffen wird. Denn auch die eben erst völlig überraschend erfolgte Trennung von Bill Gates, dem viertreichsten Menschen der Welt, und seiner Melinda wird vor Gericht nicht gerade zu Sonderkonditionen ablaufen. 

Mit „lediglich“ jeweils ein paar Dutzend Milliarden stoßen die beiden frisch geschiedenen Damen zwar bei weitem nicht in die Top-Ten der Superreichen vor. Aber – Überraschung Nr. 3 – MacKenzie Bezos zeigt schon einmal vor, dass frau mehr kann, als Reichtum  immer nur zu vermehren. Verteilen bzw. Aufteilen sind die Trendwörter des Jahres.

Erst vor drei Monaten hat die gebürtige Kalifornierin angekündigt, mindestens die Hälfte ihres Vermögens spenden zu wollen. Dabei hat sich die sympathische Geschäftsfrau bereits zuvor als überaus spendable  Wohltäterin gezeigt. Unter anderem,  als die nunmehrige MacKenzie Scott vor einiger Zeit die stattliche Summe von 50 Millionen US-Dollar einem weitgehend unbekannten afroamerikanischen College in Prairie View, einer texanischen Provinzstadt, vermachte. 

   

FILE PHOTO: 89th Academy Awards - Oscars Vanity Fair Party

Spenden für No-Names

Daneben hatte die ehemalige Mrs. Amazon reichlich Geld für eine Vielzahl von wohltätigen Organisationen und Bildungseinrichtungen über, die nie auf dem Radar einer prominenten Charity-Gala erscheinen.

Jeff Bezos, ihr Ex,  hingegen kaufte sich in derselben Zeit einige Villen in Beverly Hills, investierte in einen Komplex mit mehreren Appartements am Central Park South in Manhattan und hatte noch ein paar Millionen für ein 300.000-Hektar-Grundstück in Texas über. Allesamt Immobilien als Ego-Booster und Prestige-Objekte.

Boys und ihre toys

Man braucht nicht Psychologie studiert zu haben, um zu merken: Je wohlhabender die boys (Burschen), desto größer ihre toys (Spielzeuge).

Larry Ellison, mit 93 Milliarden US-Dollar auf der hohen Kante, die Nummer sieben der Superreichen, ist ein Paradebeispiel dafür. Der Gründer des Softwareriesen Oracle ist nicht nur eine treibende Kraft hinter dem Wettstreit um die längste Yacht, die in den vergangenen Jahren die Medien auf Trab hielt. Der vierfach geschiedene Multimilliardär und Besitzer einer eigenen Hawaii-Insel ist auch der Motor hinter dem aktuellen Lieblingssportbewerb der Superreichen, dem American’s Cup.

Dieser Wanderpokal um die älteste heute noch ausgetragene Segelregatta nahm anno 1851 ihren Anfang auf regulären Segelbooten und artete zuletzt in eine Materialschlacht zwischen 100 Millionen US-Dollar schweren High-Tech-Yachten aus.  

Finanzgenie Warren Buffett, die Nummer sechs auf der Liste der Superreichen, hat dafür ein passendes Bonmot parat. „Es ist schmerzlich, auf so viel Geld zu sitzen“, plauderte der Guru vieler Investmentbanker einmal aus dem Nähkästchen. „Aber noch schmerzlicher ist es, etwas Dummes damit anzustellen.“

Etwas G'scheites anstellen

Gesagt, getan. Steaks- und Coca-Cola-Fan Warren Buffett hat gemeinsam mit Bill Gates schon vor zehn Jahren für ein Umdenken unter Amerikas Milliardären gesorgt. Unter dem Slogan „The Giving Pledge“ (auf dt. etwa „Das Versprechen“) animieren die beiden besonders wohlhabende Menschen, einen Teil ihres Vermögens für das Gemeinwohl zu spenden.

Dass sich mit Bill Gates nun die Nummer vier der Superreichen von seiner Ehefrau getrennt hat, tut der guten Sache  keinen Abbruch. Der Termin vor dem Scheidungsrichter ist erst für den April 2022 anberaumt. Als Wohltäter-Duo wollen die beiden nach wie vor aktiv bleiben.

Zum Glück. Denn privat trägt Bill Gates die Spendierhosen eher eng. Wie es derzeit aussieht, soll Melinda mit wohlfeilen 2,4 Mrd. US-Dollar abgefertigt werden. 

Mehr geht nicht. Diese zehn Männer bestimmen, wo's lang geht (Quelle: Forbes).

1. Jeff Bezos, USA

Nettovermögen: 177 Mrd. US-Dollar
Quelle seines Reichtums: Amazon
Einzigartige Karriere: vom Onlinebuchhändler zum Raumfahrtunternehmer.
 

2. Elon Musk, USA

Vermögen: 151 Mrd. US-Dollar
PayPal, Tesla

Mischt seit 20 Jahren die Old Economy auf, wird heuer 50. Nächstes Ziel: Mars.

3. Bernard Arnault, Frankreich

150 Mrd. US-Dollar
Quelle seines Reichtums: LVMH
Handelt mit Luxusgütern von Louis Vuitton bis Moët & Chandon.

4. Bill Gates, USA

Nettovermögen: 124 Mrd. US-Dollar

Microsoft
Spendabel und visionär:  Der Computer-Pionier will jetzt das Klima retten.

5. Mark Zuckerberg, USA

Nettovermögen: 97 Mrd. US-Dollar
Quelle seines Reichtums: Facebook
War der Erste, der aus den sozialen Netzen wie aus einer Goldgrube schürft.

6. Warren Buffett, USA
Nettovermögen: 96 Mrd. US-Dollar
Quelle seines Reichtums: Berkshire Hathawy
Der 90-jährige Börsenguru beweist seit Jahrzehnten ein goldenes Händchen.

7. Larry Ellison, USA
Nettovermögen: 93 Mrd. US-Dollar
Quelle seines Reichtums: Oracle
Der Silicon-Valley-Tycoon führt seinen Konzern vom Homeoffice in Hawaii aus.

8. Larry Page, USA
Nettovermögen: 91,5 Mrd. US-Dollar
Quelle seines Reichtums: Google

Der ehemalige CEO der Google-Mutter Alphabet liegt knapp vor Kollege Brin.

9. Sergey Brin, USA
Nettovermögen: 89 Mrd. US-Dollar
Quelle seines Reichtums: Google
Der Informatiker und gebürtige Moskowiter ist reichster Immigrant in den USA.

10. Mukesh Ambani, Indien
Nettovermög.: 84,5 Mrd. US-Dollar
Quelle seines Reichtums: Petrochemie
Der Neueinsteiger des Jahres

Date for Gates?

Nicht unlustig war ein Gag von US-TV-Moderator Jimmy Kimmel. In seiner Late-Night-Show fragte er sich laut, mit wem Bill Gates wohl künftig auf ein Date gehen könne. Er müsste eigentlich argwöhnisch sein, dass alle Menschen, die er trifft auf sein Geld aus seien. Sei man so wohlhabend, müsse man sich schließlich vorsichtig verhalten. Aus diesem Grund kam Kimmel zu folgender Erkenntnis: "Es gibt nur eine Person, bei der du dir sicher sein kannst, dass es nicht ums Geld geht - und das ist Jeff Bezos."  

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