Nicole Ott

© Kurier / Jeff Mangione

freizeit
05/01/2020

Marktgeschichten, Folge 12: Von der Stange

Ob weiß oder grün, die Freude auf die Spargelzeit ist wie immer groß. Köchin Nicole Ott weiß ein Rezept für einen köstlichen Spargelsalat.

"Endlich habe ich österreichischen Spargel bekommen, ganz prall und dick!“, erzähle ich meinem Papa am Telefon, „Ein herrliches Abendessen ist im Moment für mich der Höhepunkt des Tages.“ –  „Oh, da schicke ich dir gleich ein Rezept für einen köstlichen Spargelsalat. Der Trick ist, die Enden mit ein wenig Sud, Essig und Walnussöl zu mixen, so ist das Dressing wunderbar cremig.“

Während ich zwei Bund der weißen Stangen in den Korb packe, überlege ich mir, ob mir der grüne oder doch der weiße Spargel lieber ist. Der weiße wächst ja geschützt vor Sonnenlicht unter der Erde, nur manchmal ragen die Spitzen ein wenig heraus und dann ist er lila angehaucht. Der grüne aber darf heraustreiben, auf dass ihn die Sonne verfärbt. Praktischer ist er allemal, da ich ihn nicht schälen muss. Beim Zahlen lachen mich die Augen der Kassiererin an und ich bekomme ein Kompliment für die hübsche geblümte Maske, die mir meine Freundin genäht hat. Schmunzelnd sinniere ich, dass fesche Masken wohl das wichtigste Modeaccessoire dieses Jahres werden.

Kannst dich noch erinnern?

Zurück im Homeoffice. Der Liebste macht gerade eine Kaffeepause, als ich meine Spargelbeute auspacke. Er beginnt unser lustiges Familienspiel: „Kannst du dich noch erinnern …“, in diesem Fall meint er den Solospargel, den er in unserer Italienzeit von einem Kunden geschenkt bekommen hatte. Zweifingerdicke Stangen, mit einer Weinrebe zusammengebunden und als Krönung mit einer Metallpunze fixiert.

„Oder die Bruscandoli, der Waldspargel, den wir am Markt in Venedig gekauft haben!“, kontere ich. Später beim Spargelschälen rätsle ich, ob immer noch Delfine vor der Lagunenstadt schwimmen und bereite fernsüchtig eine Frittata vor, mit Spargel, Champignons und Trüffelöl. Dann mixe ich mir einen Aperol und ziehe mich zurück, um mein wöchentliches Videotreffen mit den Freundinnen zu zelebrieren. Dort geht es unter lautem Lachen einmal nicht um das neueste kulturelle Event, sondern um Frisurprobleme, Coronaspeck auf den Hüften und bald auch um den Spargel.

Spargel wie im Veneto

„Ich backe gerade so gerne Brot, dann habe ich die besten Brösel für meinen Spargel, mit gehackten Haselnüssen und Petersil ein Gedicht!“, erzählt mir die Freundin, die so gerne kocht. „Bei mir muss es schnell gehen, mein Spargel kommt in Folie ins Rohr, dazu ein wenig Zitronenverbene, herrlich“, meint die Praktische.

„Und ich esse ihn gerne lauwarm und schön bissfest, mit harten Eiern, Speck und Gänseblümchenkapern, die habe ich gestern eingelegt“, sagt die Kräuterfreundin. „Morgen kochen wir den Spargel wie im Veneto, mit cremigen Eiern, Olivenöl und Parmesan“, schwärmt mir der Liebste beim Nachtmahl vor. „Und nächsten Frühling lassen wir uns die Sonne gleich in Italien auf die Nasenspitze scheinen!“, antworte ich, aber das ist eine andere Geschichte.

Pasta agli asparagi

Das Freizeit-Rezept für Mai  

Zutaten:
400 g Pasta
400 g grüner Spargel, geputzt und in kleinfingerdicke Ringe geschnitten, die Spitzen länger lassen  und der Länge nach halbieren
2 TL Salz
2 TL Zucker
2 EL Butter
4 Dotter, mit
4 EL Schlagobers vermischt
4 Handvoll
frisch geriebener Parmesan
1 Handvoll Petersil, geschnitten

Zubereitung

1) 1 l Wasser mit dem Salz und dem Zucker vermengen, aufkochen und die Spargelstücke darin 2 Minuten zart kochen lassen, die letzten 30 Sekunden auch die Spitzen mitkochen. Dann herausnehmen und in Eiswasser abschrecken.

2) 5 l Wasser aufkochen, gut salzen (unbedingt kosten, muss richtig salzig schmecken!).

Die Pasta in dem Wasser al dente kochen, dann 1/4 l Pastawasser abschöpfen und die Pasta abseihen. Wieder in den Topf zurückgeben, auf die heiße Platte stellen und mit dem Spargel, der Butter, 2 Handvoll Parmesan und ein wenig von dem Pastawasser verrühren.

3) Wenn die Pasta cremig erscheint, die Hitze reduzieren, die Dotter-Schlagobersmischung und wieder ein wenig vom Pastawasser unterrühren und nun solange rühren, bis die Dotter cremig werden (evtl. von der Herdplatte ziehen, damit keine Eierspeis entsteht). Dann mit dem Petersil und dem restlichen Parmesan bestreuen.

 

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