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freizeit
06/07/2021

Pro und Contra : Dürfen Männer Handtaschen tragen?

Darf Mann Täschchen tragen um seine Sachen zu verstauen? Diese Frage spaltet Welten.

von Florentina Welley, Annemarie Josef

PRO

Es soll ja Männer geben, die glauben, das Wichtigste im Leben stecke in ihrer Hose. Geldbeutel, Handy, Schlüsselbund und Ähem. Sind sie aber mit ihrer Liebsten unterwegs, dauert es meist nicht lange, dass Geldbeutel, Handy und Schlüsselbund mit einem „Danke, Schatz“ so ganz nebenbei in ihrer Handtasche versenkt werden. Als gute Gefährtin will man da nicht pitzelig sein, schließlich findet in unseren Taschen alles Platz – wenn es sein muss, sogar ein ganzer Mann.
Doch wo bleibt die Gleichberechtigung? Der Weg ist längst frei für coole Männerhandtaschen.  Zu weiblich, zu wenig männlich? Blödsinn, wir leben in der Zukunft, männlich oder weiblich, was soll’s – alles fließt. Ich finde das spannend. Und Fußballstar Günter Netzer zeigte schon in den 70ern, dass Täschchen an der Hand keinen Testosteronmangel auslösen. Der „Rebell am Ball“ ging mit so einem ganz selbstverständlich ins Stadion. Das hat Vorteile: Ist die Frau plötzlich weg, hat man noch Autoschlüssel, Handy und Kreditkarten. Auch an der Mumie Ötzi fand man einen Beutel für Bohrer, Klinge und so. Das ist 5.000 Jahre her.
Also, liebe Männer nehmt eure sieben Sachen selbst in die Hand. Dann besteht auch nicht die Gefahr, dass euch die Liebste ihre Tasche in die Hand drückt.

Annemarie Josef

CONTRA

Hilfe, bitte nein! Wenn ich an Männer mit Handtaschen denke, fällt mir dazu sofort eine Straßenszene ein, die ich doch immer wieder einmal in den Hauptstädten dieser Welt erlebe: nämlich wenn ein Mann die Handtasche seines Schatzes von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit schleppt, damit sich die Gattin beim Sightseeing nicht  überanstrengt. Sieht zwar lächerlich aus, ist aber, weil Kavaliersakt, akzeptabel.   Nur bitte keine Alleingänge, Männer! Bitte kein Handtascherl am Armgelenk, wie es an   den bourgeoisen Handgelenken der 1970er-Jahre schlenkerte. Damals waren die Männerhosen ja auch so eng geschnitten, dass in den Hosentaschen kein Platz für Münzen & Co war. Ich verstehe ja, dass  Männer auch heute ihre dringend benötigten Tagesaccessoires irgendwo einstecken müssen. Ich verstehe, dass der moderne Mann selbstverständlich, neben Handy und Schlüssel, wahrscheinlich auch eine Wasserflasche und Bürokram  mit sich schleppen will.  Ich verstehe auch, dass ein fürsorglicher Kavalier womöglich auch eine Picknickdecke und ein Taschenmesser verstauen muss. Dafür gibt es die schicksten Weekender und Backbags. Je größer, desto besser! Das Handtascherl selbst ist aber tabu.

Florentina Welley

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