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06/10/2021

Vornamen-Trends: Kurzformen wie Lilibet werden auch bei uns beliebter

Der royale Babyname ist im deutschsprachigen Raum – noch – nicht sehr häufig, Kurzformen hingegen schon. Die (Ur-)Großelterngeneration dient nicht nur im Adel als Inspiration.

von Julia Pfligl

Ein Vorname beherrscht die Schlagzeilen von Feuilleton bis Yellow Press: Der Herzog und die Herzogin von Sussex wirbelten mit ihrer Wahl – Lilibet Diana, genannt Lili – ordentlich Staub auf. Während Royalexperten streiten, ob sich die Hommage an die Matriarchin angesichts jüngster Fehden geziemt, beschäftigen Namenforscher ganz andere Dinge. Lilibet, Kurz- und Koseform von Elisabeth, kommt aus dem Angloamerikanischen und ist auch vor allem dort populär – in Österreich wurde der Name seit 1984 erst zwei Mal, 2008 und 2018, vergeben, meldet Statistik Austria.

Ob die Royals nun einen Boom auslösen und Lilibet in die hiesigen Hitlisten katapultieren, wird sich zeigen. „Beliebter sind im deutschsprachigen Raum andere Kurzformen von Elisabeth, wie Lisa, Betty oder Lilly“, weiß Frauke Rüdebusch, Expertin für Vornamen der Gesellschaft für deutsche Sprache. „Elisabeth wird zwar auch noch vergeben, aber vor allem als Zweitname.“

Leni, Ella, Liam, Max

Denn der Trend geht zum kürzeren Erstnamen, berichtet Rüdebusch. „Wir bemerken seit einiger Zeit, dass Namen, die früher länger waren, abgekürzt werden.“

Während vor dreißig Jahren Christian und Katharina die deutschen Namen-Charts belegten, findet man dort nun Mia, Ben oder Leni. Auch Max, Matteo oder Liam (von William) sind derzeit in den Top 20 vertreten. Das liegt vor allem an der Ästhetik und am Klang, sagt die Sprachwissenschafterin: „Mehr Vokale auf wenig Raum sind klangvoller als viele Konsonanten.“

Große Unterschiede zu Österreich gebe es nicht, auch hier rangieren Ein- bis Zweisilber wie Emma, Anna und Paul ganz vorne (siehe Grafik). „Wobei wir feststellen, dass im Süden Deutschlands – und damit auch in Österreich – eher christliche Namen vergeben werden, während im Norden skandinavische Namen in sind.“

So sind auch die mehrsilbigen Johanna, Valentina oder Emilia in den aktuellen Top 10 in Österreich vertreten, bei den Buben siegte Maximilian. Die Kurzform Max rangiert auf Platz 47, kämpft sich aber seit den Nullerjahren stetig nach oben – so wie der abgekürzte Theo (Platz 34), Leo (Platz 16) oder Ella (Platz 23), ebenfalls kurz für Elisabeth.

Auch ältere deutsche Namen aus der Generation Queen Elizabeths werden populärer, stellte der Namenforscher Knud Bielefeld Anfang des Jahres fest. „Anton, Paul, Emma, Anna – das sind ältere Namen, die wir schon länger kennen“, schrieb er auf seinem Blog www.beliebte-vornamen.de. Rüdebusch ergänzt die wieder hippen Gustav, Frida und Emil.

Weg vom Fenster sind klassische Babyboomer-Namen: Brigitte, Gerhard, Ursula. Lebt die Chance auf ein Revival? „Wenn man heute Sabine tauft, denkt jeder an eine 50-jährige Frau. Wenn die Sabines einmal nicht mehr sind, werden vielleicht auch Babys wieder so genannt.“

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