Eine Mischung ist genauso bester Freund wie ein reinrassiger Hund.

© Getty Images/iStockphoto/Serhii Ivashchuk/iStockphoto

freizeit Leben, Liebe & Sex
07/26/2021

Tiercoach: Warum es nicht egal ist, welche Rassen im Hund stecken

Der Gen-Mix in der Promenadenmischung hat Einfluss auf Erziehung und Vorsorge. Ein DNA-Test gibt Aufschluss.

von Hedwig Derka

Hunde haben Charakter. Zum Teil liegt ihr Wesen in der Rasse begründet, jeder Standard wurde für einen bestimmten Zweck gezüchtet. Zum Teil schlagen individuelle Züge durch. Wie sich ein Welpe entwickelt, hängt stark von den Eltern ab. Bei Promenadenmischungen ist der Vater oftmals unbekannt.

Am 31. Juli haben die bunten Hunde ihren großen Tag. Seit 2005 wird in den USA der „National Mutt Day“ gefeiert. Die Stärken der Vierbeiner ohne Stammbaum und ihre Abschiebung in Tierheime stehen dabei im Mittelpunkt. KURIER-Tiercoach Katharina Reitl, Zoodoc in der Ordination Tiergarten Schönbrunn, nimmt den „Tag des Mischlingshundes“ zum Anlass, um auf die Vorzüge und Schwächen der wilden Mixe hinzuweisen. Und um die Sinnhaftigkeit von Gen-Tests zu begründen.

Der Halter versteht seinen Vierbeiner besser

„Eine Kombination aus verschiedenen Rassen kann super sein. Mischlinge sind genauso tolle Freunde wie reinrassige Hunde“, sagt Reitl. Halter sollen trotzdem ergründen, welches Erbgut bei ihrem Liebling mitmischt. Für sie liefert der DNA-Test in erster Linie wertvolle Informationen darüber, was in der Erziehung möglich ist. Manche Rassen brauchen sehr viel Übung, bis ein Kommando sitzt; andere dagegen langweilen sich bei zahlreichen simplen Wiederholungen und werden verhaltenskreativ.

Der Tierarzt kann den Hund besser betreuen

„Mischlingshunde sind der genetische Mix aus Eltern und Großeltern. Im Extremfall fassen sie die Erbkrankheiten aller Verwandten aus“, sagt die Expertin und hebt damit hervor, dass die Ergebnisse des Gen-Tests auch dem Tierarzt helfen, den Hund richtig zu betreuen.

Bei einer Beteiligung eines Deutschen Schäferhunds etwa kann er vorsorglich auf typische neurologische Schäden wie die degenerative Myelopathie achten, bei einem Terrier-Einschlag auf spezielle Augenerkrankungen wie die Linsenluxation oder auf Uratsteinbildung bei einem Dalmatiner-Mix.

Darüber hinaus kann der Veterinärmediziner in der Behandlung rassespezifische Unverträglichkeiten von Medikamenten berücksichtigen. Windhunde etwa vertragen keine Narkosemittel. Nicht zuletzt lässt die DNA-Analyse Schlüsse auf den biologischen Alterungsprozess zu.

Gene werden mit einer Datenbank abgeglichen

„Gen-Tests gibt es mittlerweile von verschiedenen Firmen, sie kosten zwischen 100 Euro und 200 Euro“, sagt Reitl. In der Regel gilt: Je detaillierter die Auswertung, desto höher ihr Preis. Je mehr repräsentative Merkmale zum Vergleich erfasst sind, desto kostspieliger ist das Set. Speichelproben im Abgleich mit der Datenbank weisen die beteiligten Rassen aus.

Mehr Mischlingshunde in Österreich als reinrassige Tiere

In Österreich stammen etwa 60 Prozent der Hunde aus ungeplanten Verbindungen, nur 40 Prozent sind gezielt gezüchtet. „Der Gen-Test bringt oft ein Aha-Erlebnis“, sagt der KURIER-Tiercoach: „Er stellt eine große Chance dar, individueller auf den eigenen Hund eingehen zu können.“

Probleme mit der Katze, Sorgen um den Hund, Fragen  zu Sittich, Schildkröte & Co? Schreiben Sie an: tiercoach@kurier.at

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.