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freizeit Leben, Liebe & Sex
06/03/2021

Sex sells: Kurioses und Gebrauchtes vom Second-Hand-Erotik

Bei „Ebay“ soll das Obszöne demnächst verboten werden, anderswo boomt das Verscheppern alter Sextoys, bereits getragener Unterwäsche oder gebrauchter Porno-DVDs. Eine Frage der Vorliebe.

von Gabriele Kuhn

Schluss mit Pfui: Ebay.com, so liest man, beabsichtigt, einschlägige Sex-Artikel vom Marktplatz zu verbannen. Auch alles, was mit Nacktheit verknüpft ist, könnte verboten werden. Oh là, là. Ab 15. Juni werde man „Artikel mit sexuellem Inhalt oder sexuell anregenden Posen nicht mehr dulden“. Interessant ist, was das nun sittenbewusste Unternehmen als nicht mehr tolerierbare „Nacktheit“ definiert: „das Zeigen eines Teils männlicher oder weiblicher Genitalien, des Anus oder der weiblichen Brüste, bei denen Warzenhof oder Brustwarze sichtbar ist“, etwa. Selbst dann nicht, wenn es transparent verpackt ist. Ausnahmen soll’s geben, bei Vintage-Ware. Der Verkauf alter Erotikmagazine wie Playboy oder Penthouse wird also möglich sein.

Was Sex-Second-Hand betrifft, kann man sowieso geteilter Meinung sein. Mag man Abgegriffenes? Da ziehen zügig Bilder durch den Kopf, und die sind in puncto Prickeln soso-lala. Schauen wir dazu einmal in den Bereich „Erotik-DVD gebraucht“: Wie oft mag das Œuvre „Poppea Hure Rom“, Zustand gut, um 4,95 € im Fach eines DVD-Players gelegen und von dort mit feuchten, allenfalls zittrigen Händen herausgezogen worden sein? Oder dieser Erotikfilm mit dem erschöpfenden Titel „Sex-Orgien/Lesben-Erotik/Caligula & Messalina“ um 12,99 €? Da hilft auch das „Artikelzustand sehr gut“-Emblem nicht wirklich …, alles in allem: ein Stoßdämpfer. Denn man fragt sich in der Sekunde, was, wer, wie zu den Szenen einer Orgie getan hat. Saß ein Mann in mutig gemusterter Unterhose mit seitlichem Eingriff vor dem Fernseher oder gar als Caligula-Kopie in Tuch gewickelt (mit nix darunter)? Räkelte sich eine Dame an seiner Seite, an Sprudel nippend, um mit ihm auf den geilsten Moment des Films zu harren, und dann entschlossen unter seine Toga zu kriechen? Oder garnierte das Filmchen eine Steh-Party, Motto: „Jux und Tollerei zu später Stund’ nicht ausgeschlossen, Gummis liegen am Klo“? Nix Genaues weiß man.

Schnell rüber ins Genre „Gebrauchte Reizwäsche“, gepaart mit der Frage, wer genau sich bitte dafür interessiert: Schnüffler und Dessous-Fixierte? Oder doch Damen auf Schnäppchenjagd, die beim „Roten Hängerchen, durchscheinend, samt Goldverzierung & Slip“ um 15 € so ein „Geiz ist geil“-Gefühl spüren? Immerhin ist die Verkäuferin ehrlich: „Artikel wurde bereits getragen.“ Das muss man wollen. Oder sehr, sehr lange waschen. Nächste Steigerungsstufe: gebrauchte Sextoys. Sind bei Ebay nicht zu finden, aber dafür gibt’s offenbar eine Spezial-Plattform: www.hergeben.com, die so für sich wirbt: „Alles was bei dir im Nachtkastl, unterm/im Bett liegt, oder du an dir trägst, kannst du hier gratis verkaufen“. Die meisten Second-Hand-Dildos und Vibratoren, die hier angeboten werden, sind nicht mehr frisch, aber betont „UNGEBRAUCHT!“ Man hat den Hübschen blöderweise ausgepackt, inspiziert und für nicht so gut befunden. Ah ja, eh. Oder das Ding von einer Freundin geschenkt bekommen, obwohl man sowas, pfui Teufel aber auch!, gar nicht im Haushalt haben möchte. Nicht anfassen oder nur ein bisserl – und dann: hergeben. Manche sagen’s ehrlich: „Biete Vibrator – einmal getestet, gereinigt, desinfiziert“ – alles um günstige 130 €. Fantasien, wie die Dame mit ihrem Hausfreund herumkugelte, inklusive. Und der Rest? Ein Paradies für Spezialisten und „besondere Stunden“: Hier gibt’s auch gebrauchte Peitschen („supersexy, in gutem Zustand“) und „ein, zwei Tage getragene Höschen“ ebenso wie „Silikon Sexpuppe, 165 cm, benutzt, gut gereinigt. Sieht aus wie echt“ um 200 €. Na dann. Oder um es (ungefähr) mit Vergil zu sagen: „Jeden treibt seine Lust.“

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