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09/02/2020

Schulstart: Eltern wünschen sich bessere Kommunikation

Eltern wehren sich gegen Auslagern von Lernaufgaben in die Familien.

Am Montag (7.9.) beginnt in Ostösterreich das neue Schuljahr, wegen der Corona-Pandemie wird es von diversen Sicherheitsmaßnahmen begleitet. Für Elternvertreter sind allerdings noch immer nicht alle Fragen geklärt. Elisabeth Rosenberger vom Bundesverband der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen (BEV) fordert mehr Kommunikation vom Bildungsministerium, den Bildungsdirektionen und Schulen.

Im neuen Schuljahr gelten nicht nur je nach regionaler Infektionslage unterschiedliche Sicherheits- und Hygienemaßnahmen. Bei Covid-19-Infektionen muss auch damit gerechnet werden, dass je nach Fallzahlen in einzelnen Klassen, Schulen oder Regionen wieder auf Fernunterricht und Notbetrieb umgestellt wird.

Wenn die Vorgaben allen Beteiligten klar vermittelt werden, könnte viel Verunsicherung vermieden werden, glaubt die BEV-Präsidentin. In Vorarlberg habe es etwa einen Schulpartnergipfel gegeben, bei dem die Regeln klar dargelegt wurden. "Die Bildungsdirektion hat hier ganz toll vorgearbeitet, dort ist die Beruhigung groß."

Auch die einzelnen Schulstandorte könnten viel zur Beruhigung beitragen, wenn sie den Eltern etwa früh mitteilen, wer ihre Ansprechpartner sind, über welche Plattformen kommuniziert wird und wie der Informationsfluss bei Verdachts- bzw. bestätigten Fällen aussieht, "damit man nicht auf die Buschtrommeln der anderen Eltern angewiesen ist".

Auf Corona-Herbst vorbereitet

Wie weit die Schulen in der Praxis auf den Corona-Herbst vorbereitet sind, hängt laut Evelyn Kometter, Vorsitzende des Dachverbands der Elternvereine an Pflichtschulen, vom jeweiligen Bundesland ab. In Kärnten sei man bereits sehr weit, es gebe intensiven Austausch mit der Elternvertretung.

In Burgenland und Oberösterreich schlechtere Kooperation

Sie wisse aber, dass es in Oberösterreich, dem Burgenland, Teilen Niederösterreichs oder einzelnen Bezirken Wiens "nicht so eine gute Kooperation gibt und auch die Informationsflüsse nicht wirklich funktionieren. Es hängt wirklich von den handelnden Personen ab".

Noch mehr Vorbereitungen braucht es aus Kometters Sicht, um die Schulen beim Umgang mit Verdachtsfällen in der Husten- und Schnupfenzeit im Herbst und Winter möglichst gut zu unterstützen. Es dürfe nicht Aufgabe der Lehrer sein, einzuschätzen, ob ein hustendes Kind als Verdachtsfall eingestuft wird oder nicht. "Dafür sind Lehrer nicht ausgebildet, dafür gibt es die Schulärzte und die Gesundheitsbehörden." Gleichzeitig appelliert sie an die Eltern, ihre Kinder nicht krank in die Schule zu schicken. "Eltern wissen normalerweise sehr gut, ob das etwas Gravierendes ist oder nur ein Husten."

Lehrer, die Stress machen

Vehementer Widerstand kommt von den beiden Elternvertreterinnen gegen Versuche von Lehrern, Lernaufgaben an die Familien auszulagern. Es gebe Fälle, in denen Lehrer Eltern auffordern, mit ihren Kindern den verpassten Stoff des vergangenen Schuljahrs in Eigenregie aufzuholen, damit im neuen Schuljahr mit dem normalen Jahresstoff begonnen werden kann, bestätigte Kometter. "Natürlich gibt es Lehrer, die Stress machen", sagt auch Rosenberger. Sie empfiehlt, sich in solchen Fällen an die Schulleitung oder den Schulqualitätsmanager zu wenden.

Kometter fordert wiederum, dass alle Lehrer erheben, wo die Schüler in den Hauptfächern Nachholbedarf haben. Für jene, die große Wissenslücken haben, soll es in den Herbstferien an den Schulen Förderunterricht durch Lehramtsstudenten geben. Alle anderen sollen freiwillig teilnehmen können. Auch die Lehrer nimmt Kometter in die Pflicht: Diese sollen in den Herbstferien zu Fortbildungen zum digitalen Lernen verpflichtet werden.

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