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freizeit Leben, Liebe & Sex
11/24/2020

Ich vermisse meine Kollegen - was kann ich tun?

Durch die Pandemie hat sich der Arbeitsalltag für Büroangestellte drastisch verändert - vielen fehlt die soziale Interaktion.

von Julia Pfligl

Acht Monate  sind vergangen, seit die allermeisten Unternehmen ihre Mitarbeiter ins Homeoffice entsandt haben – ein Großteil von ihnen, so auch die Mannschaft des KURIER, arbeitet immer noch – bzw. seit Beginn des zweiten Lockdowns erneut – zeitweise von zu Hause. Die Umstellung auf Teleworking hatte für viele mehr Flexibilität und Produktivität zur Folge, wie Umfragen  gezeigt haben – und einen Wermutstropfen. 

Denn wie sehr einem Arbeitskollegen fehlen können, wie präsent sie im „normalen“ Alltag vor Corona waren und welche Rolle sie im sozialen Leben spielen, wurde vielen erst durch die Isolation bewusst. So fühlen sich 58 Prozent im Homeoffice von ihren Kollegen  abgekapselt, zitierte die New York Times jüngst eine Umfrage von Morning Consult  – 44 Prozent der Befragten leiden zudem unter Einsamkeit und einem Gefühl von Isolation, seit das Arbeitsleben ins eigene Heim verlagert wurde. Mit anderen Worten: Sie vermissen ihre Mitarbeiter.

Wie war dein Wochenende?

Die vielen Alleinlebenden in den Großstädten trifft dieser Umstand oft besonders hart. „Wir verbringen mit Arbeitskollegen oft mehr Zeit als mit der Familie. Insofern ist eine gute Kollegenschaft wesentlich für unser psychisches Wohlbefinden“, bestätigt Claudia Altmann, Psychotherapeutin, Arbeitspsychologin und Coach, auf Nachfrage des KURIER. „Oft tauschen wir uns auch mit Kollegen über Privates aus – über das Wochenende, unsere Hobbys, unsere Partnerschaft, unsere Kinder. Das fehlt jetzt. Auch die Zusammenarbeit wird schwieriger, wenn der informelle Austausch fehlt.“ 

 

Denn oft werden die wesentlichen Dinge nicht in den Teamsitzungen, sondern irgendwo dazwischen – Stichwort Kaffeeküche, Small Talk im Aufzug – besprochen. Der persönliche Austausch stärkt die Beziehungsebene, welche wiederum die Zusammenarbeit vereinfacht, erklärt die Therapeutin. „Die Arbeit schafft ein Gefühl der Zugehörigkeit, welches jetzt im Homeoffice weniger spürbar ist. Zu Hause fragt uns niemand, wie unser Wochenende war. “ 

Virtueller Kaffeeklatsch

Bei Zoom-Meetings  könnte man daher etwas mehr Zeit für private Plaudereien einplanen, rät Altmann. „So bleibt man auf dem neuesten Stand und kann an bekannte Themen anknüpfen.“ Auch das Mittagessen oder die Kaffeepause in der Kantine kann ins Internet verlagert werden – oder eine virtuelle Happy Hour nach Feierabend. „Dabei sollte man vereinbaren, dass man nicht über konkrete Projekte spricht, sondern über Klatsch und Tratsch oder Privates. So kann man auch  der Einsamkeit entgegenwirken und zumindest an manchen Tagen mit einer anderen Person anstatt alleine essen.“ 

Schon ein 15-minütiges-Telefongespräch kann jene emotionale Nähe, die durch die auferlegte Distanz verloren ging, wieder herstellen – vor allem dann, wenn man merkt, dass sich einzelne Kollegen durch die Situation überfordert oder verängstigt fühlen.

Auch wenn die Versuchung zum Scherzen mit befreundeten Kollegen groß ist: In den offiziellen digitalen Arbeitsgruppen sollte man immer bedenken, wer aller mitliest, sagt Altmann. Besser ist  es, privatere Arbeitsgruppen für Informelles einzurichten. Nach Feierabend sollten dann auch die dienstlichen Kanäle ruhen. Denn Abschalten, so die Expertin, gehört auch im Homeoffice dazu.

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