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Handy
04/17/2021

Handy als Lebenszeichen: Wie Jugendliche in Kontakt bleiben

Soziales Leben findet derzeit mit Video-Calls statt, telefoniert wird wenig.

von Daniela Davidovits

Ein Großteil des Schülerlebens spielt sich derzeit vor dem Bildschirm ab. Die Jugendlichen unterscheiden zwischen ihrem virtuellen Arbeitsumfeld, in dem sie mit ihren Klassenkollegen gemeinsam Aufgaben machen, und dem gemütlichen Online-Abendprogramm, erzählen sie dem KURIER. Den Tag verbringen sie vor dem Computer mit Videokonferenzen via Zoom oder Teams, die in Schulen eingesetzt werden. Danach verlagern sie sich oft aufs Handy.

Die meistgenutzten Apps haben alle mit Kommunikation zu tun, berichtet Matthias Jax von Safer Internet: „Whatsapp, Snapchat, Instagram – Jugendliche nutzen die sozialen Medien vor allem zum Kontakthalten. Jetzt haben sie oft gar keine andere Möglichkeit.“

Im Corona-Jahr stiegen die Plattformen Discord und Twitch in die Wertung auf. Statt gemeinsamem Abhängen versammelte man sich zur virtuellen Houseparty in der gleichnamigen App. Jax: „Wir haben am Anfang der Pandemie einen extremen Anstieg bemerkt, jeder hat es heruntergeladen.“ Aber die Teenager haben zunehmend genug vom Bildschirm, zeigt eine andere Safer-Internet-Umfrage: Fast jeder Dritte gab an, von den ständigen Nachrichten genervt zu sein, erzählt Jax.

Telefonieren war schon vor der Pandemie unbeliebt: Die Webseite warum-ich-keine-anrufe-mag.de listete Gründe gegen das direkte Gespräch auf – z. B., dass man bei etwas unterbrochen wird und dass Anrufer in die Privatsphäre eindringen.

Birgit Satke von Rat auf Draht beobachtet den Trend zur schriftlichen Kommunikation: „Bei unseren Beratungen per Chat haben wir eine Steigerung von 60 Prozent. Dabei kommunizieren Berater und Jugendliche per Nachricht in Echtzeit.“ Die meisten Anfragen kommen aber noch über die bekannte Telefon-Hotline 147.

Satke kann die Präferenzen Altersgruppen zuordnen: „Die 10- bis 14-jährigen rufen eher an. Die älteren Jugendlichen schreiben gerne; Mädchen lieber als Burschen. Chatten ist weniger persönlich und man kann in Ruhe überlegen.“ Und aufhören, wenn es zu viel wird.

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