Videos von Ofarim werden ausgewertet

© APA - Austria Presse Agentur

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10/21/2021

Gil Ofarim: Hotel zieht keine Konsequenzen nach Antisemitismus-Vorwurf

Nachdem der Fall für Aufregung sorgte, vermeldete das Hotel, dass es keine Maßnahmen gegen den beschuldigten Mitarbeiter geben werde.

Es sorgte auch über die Grenzen Deutschlands hinaus für Wirbel: Rockmusiker Gil Ofarim hatte ein Video veröffentlicht, in dem er beschreibt, Opfer von Antisemitismus in einem Hotel in Leipzig geworden zu sein.

Er sitzt darin auf dem Gehsteig vor dem Hotel und erzählt, dass er im „The Westin Leipzig“ von einem Mitarbeiter antisemitisch beleidigt worden war. Er habe einige Zeit in einer Schlange gewartet, andere seien vor ihm drangekommen.

Auf Nachfrage, warum ihm andere Gäste vorgezogen werden, erhielt er von einem Gast und einem Mitarbeiter die Antwort „Pack deinen Stern ein“ – ein Bezug auf eine Kette mit silbernem Davidstern, die Ofarim um den Hals trägt.

"Erschreckend"

Das Video verbreitete sich in den sozialen Netzwerken und sorgte für Entsetzen. Im Posting zum Video des Zentralrats der Juden in Deutschland zitierte man den Präsidenten Josef Schuster: "Die antisemitische Anfeindung gegen Gil Ofarim ist erschreckend." Es sei zu hoffen, dass das betreffende Hotel "personelle Konsequenzen zieht".

Dem ist nun nicht so: Das "Westin Leipzig" hat nun bekannt gegeben, dass es keine Maßnahmen gegen den beschuldigten Mitarbeiter geben werde. Rechtsanwälte hätten das Geschehen in der Lobby rekonstruiert, ein 118 Seiten langes Gutachten komme zu dem Ergebnis, dass keine „objektivierbaren“ Anhaltspunkte vorlägen, die straf- oder arbeitsrechtliche Schritte gegen den Mitarbeiter rechtfertigen. „Wir haben daher entschieden, dass entsprechende Maßnahmen gegen den Mitarbeiter nicht eingeleitet werden“, heißt es in einer Erklärung.

Anzeigen erstattet

Der Mitarbeiter sei jedoch mit massiven Anfeindungen konfrontiert, sodass er derzeit „aus Fürsorgegesichtspunkten“ seinen Aufgaben noch nicht wieder vollständig nachkomme.

Die Rechtsanwälte hätten Zeugen befragt und Kontakte der Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Ein Sachverständiger habe das Video auf Manipulation hin untersucht. Ofarim hatte nach dem Vorfall Anfang Oktober Anzeige erstattet. Auch der beschuldigte Mitarbeiter sowie weitere, nicht genannte Personen, hätten Anzeige erstattet.

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