Fear of going out: Die neue Angst vor dem alten Leben

Fear of going out: Die neue Angst vor dem alten Leben
Am Ende des verordneten Stillstandes tun sich viele schwer damit, ihre Wohnungen zu verlassen. Was die Angst über unsere Gesellschaft verrät.

Es waren nur vier Buchstaben, die das Lebensgefühl der Generation Internet auf den Punkt brachten: FOMO – die fear of missing out, also die Angst, etwas zu verpassen – machte in den vergangenen Jahren vielen Millennials zu schaffen. Zwar ist die Angst per se so alt wie die Menschheit selbst, durch die sozialen Medien wurde das nagende Gefühl aber ständig genährt.

Dann kam das Virus und führte das Konzept von FOMO schlagartig ad absurdum. Außer Zoom-Dates gab es nichts mehr zu versäumen, weil Kinos, Bars und Urlaubsorte die Läden dichtgemacht hatten. Nachdem der erste Corona-Schock überwunden war, entdeckten viele Menschen – nicht nur Millennials – die Vorzüge der kollektiven Isolation: Ohne schlechtes Gewissen (und BH und Make-up und Rasur ...) in Jogginghosen daheim zu bleiben, fühlte sich befreiend an. Keine verpassten Konzerte, kein Freizeitstress, kein Neid auf anderer Menschen Urlaube. Stattdessen eine offiziell verordnete Auszeit, die alle auf dasselbe Level beförderte.

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