Nicht alle Mütter können oder wollen stillen.

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freizeit Leben, Liebe & Sex
06/18/2021

Die meisten Babys in Österreich werden gestillt - wie lange noch?

Nach vier Monaten bekommen 77 Prozent der Säuglinge immer noch Brustnahrung. Doch die Gepflogenheit geht zurück.

Fast alle Mütter in Österreich stillen zumindest in der ersten Phase nach der Geburt. In der ersten Lebenswoche sind es 96,7 Prozent, mit vier Monaten werden 77,4 Prozent der Kinder zumindest teilweise gestillt und mit sechs Monaten 64,1 Prozent. Die Kinder werden damit im Durchschnitt bis zum Ende des siebenten Monats gestillt, das zeigt eine Studie von AGES und der Universität Wien. Bei der Gesamtstilldauer und beim ausschließlichen Stillen wird "Verbesserungsbedarf" gesehen.

Immer weniger Mütter stillen

Immer weniger Mütter stillen überhaupt und wenn, immer kürzer, hieß im Gesundheitsministerium, das die Studie in Auftrag gegeben hat. 64 Spitäler, das sind 81 Prozent der Kliniken mit Geburtenabteilungen, nahmen an der Erhebung teil. Über ein Online-Tool wurden an 1.666 Mütter Fragebögen versandt, 1.292 davon wurden vollständig ausgefüllt und nach Ein- bzw. Ausschlusskriterien 1.214 Teilnehmerinnen in die Auswertungen eingeschlossen.

Die ausschließliche Stillrate beträgt 55,5 Prozent in der ersten Lebenswoche, 38,7 Prozent der Kinder werden zu Beginn zum Teil gestillt (Muttermilch und Milchfertignahrung und/oder Beikost). Weitere 3,7 Prozent werden in der ersten Lebenswoche überwiegend gestillt (Muttermilch und Wasser/Tee). Im Alter von vier Monaten werden 30,5 Prozent der Kinder ausschließlich gestillt und 43,2 Prozent teilgestillt.

Nach einem halben Jahr sinkt die Bereitschaft

Mitte des sechsten Lebensmonats werden noch neun Prozent der Kinder ausschließlich gestillt, gegen Ende des sechsten Monats sinkt dieser Anteil auf 1,9 Prozent und 61,5 Prozent der Kinder werden in diesem Alter teilgestillt. Gegen Ende des ersten Lebensjahres des Kindes stillen noch 40,6 Prozent der Mütter zum Teil.

Mehr als vier von fünf Müttern halten sich an die österreichischen Beikostempfehlungen und beginnen nicht vor Beginn des fünften bzw. nach Ende des sechsten Monats mit der Beikosteinführung. Durchschnittlich sind die Kinder bei der Beikosteinführung 21 Wochen alt. Etwa zehn Prozent der Kinder erhalten zu früh, also vor Beginn des fünften Monats, das erste Mal Beikost, wird in der Studie festgehalten.

Gesunde Ernährung stellt Weichen

"Stillen und frühkindliche Ernährung liefern einen wichtigen Beitrag zur Kindergesundheit", betont das Gesundheitsministerium. Vor dem Hintergrund der Studienergebnisse habe am Mittwoch im Ministerium ein erster Stakeholderdialog zur Stillthematik stattgefunden. Experten aus verschiedenen gesundheitlichen und gesellschaftspolitischen Bereichen sollen nun "Handlungsempfehlungen erarbeiten, um das Stillen in allen Bereichen zu fördern und zu unterstützen".

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