Zwei graue Kaninchen sitzen in der Wiese und fressen Blätter.

Tödliche Gefahr für Kaninchen: So schützen Sie Ihr Haustier

KURIER-Tiercoach Katharina Reitl erklärt die Symptome von Myxomatose, und was Vierbeiner vor der Kaninchenpest schützt.

Im Sommer 2025 war es nicht zu übersehen. Im Großraum Wien starben Hunderte Feldhasen und Wildkaninchen an Myxomatose. Ein neuer Virenstamm traf auch die großen Langohren schwer, die sich üblicherweise nur selten bzw. leicht mit der Kaninchenpest infizieren.

Hauskaninchen dagegen sind immer anfällig für die Krankheit. „Myxomatose ist für Kaninchen in menschlicher Obhut hoch ansteckend und verläuft meist tödlich“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, wie die Vierbeiner am ehesten geschützt werden können und was Patienten hilft.

„Das Virus wird in erster Linie durch Stechmücken übertragen“, sagt Reitl. Doch auch eine Ansteckung von Tier zu Tier über Sekrete oder durch kontaminiertes Futter ist möglich. Nicht zuletzt können Erreger durch Gegenstände oder auf der Kleidung eingeschleppt werden. 

Myxomatose-Virus ist hoch ansteckend

Erkrankt ein Kaninchen, breitet sich das Virus oft in der ganzen Gruppe aus, bevor die ersten Symptome auftreten und Myxomatose diagnostiziert ist.

„Sind die Augen gerötet, vermuten manche Halter zunächst eine Bindehautentzündung“, weiß die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Meist kommen noch weitere Leiden dazu. 

Die Augenlider schwellen an, genauso wie Nase, Lippe und Ohren oder der Genitalbereich (Myxome). Darüber hinaus kann eitriger Ausfluss den Patienten zu schaffen machen. 

Fressunlust ist bei Kaninchen immer gefährlich. Stellen die Vierbeiner die Nahrungsaufnahme ein, gerät die gesamte Verdauung ins Stocken. Der Stopfmagen verursacht Fehlgärungen, schmerzhafte Aufgasungen und führt bereits nach etwa zwölf Stunden zum Tod durch Kreislaufversagen.

Für das Myxomatose-Virus selbst gibt es keine Therapie. Es können nur die Symptome behandelt werden. Fiebersenker helfen. Die Stärkung des Immunsystems verhindert, dass eine bakterielle Entzündung dazukommt. Die Patienten müssen ausreichend fressen. Die Versorgung bei Tag und Nacht ist aufwendig – erst recht bei Gruppenhaltung – und selten erfolgreich.

Nur die Impfung schützt die Haustiere vor der Kaninchenpest

Fliegengitter schützen nie 100 Prozent vor Mücken“, sagt der Zoodoc. Auch beim Sammeln von Gräsern und Kräutern in der Natur ist Vorsicht geboten. Das Futter kann von infizierten Wildkaninchen kontaminiert sein. 

Veterinärmediziner empfehlen daher die Impfung nicht nur für Kaninchen in Außenhaltung. Das Kombi-Serum deckt zum einen die Myxomatose ab, zum anderen die Rabbit Haemorrhagic Disease, die innere Blutungen verursacht. Die Impfung bewahrt etwa ein Jahr lang vor den gefährlichen Krankheiten; sie gilt als sicher, sehr gut verträglich und kann jederzeit verabreicht werden.

„Im Vorjahr sind wegen des neuen Stammes leider auch vereinzelt geimpfte Hauskaninchen gestorben“, sagt der KURIER-Tiercoach: „Doch einen besseren Schutz als die Impfung gibt es nicht.“

Hedwig Derka

Über Hedwig Derka

Hedwig Derka, geboren 1966 in Wien, seit 1996 Redakteurin beim KURIER. Spezialgebiet: Tiere. Lieblingsthemen: Wissenschaft und nutzloses Wissen. Lieblingsbeschäftigung außer Dienst: Meine kleine und große Familie. Noch Fragen? Interessante Geschichten? Nutzloses Wissen? eMail an mich: hedwig.derka@kurier.at

Kommentare