Lonely House, Visualisierung: Aus dem Felsen über dem Meer wächst dieses Schmuckstück. Es stammt von der Design-Agentur „THE LINE visualization“ und lässt das weg, was optisch stört: Keine Türen, keine Geländer.  Das ist zwar bautechnisch nicht erlaubt, sieht aber  schick aus 

© THE LINE visualization

freizeit
06/14/2021

Diese spektakulären Häuser sind mit der Natur verwachsen

Wenn Gebäude auf Sand gebaut sind. Oder auf Felsen. Oder in Baumwipfeln. Die tollsten Modelle und Realisierungen.

von Daniel Voglhuber

"Ein gutes Bauwerk ist nicht jenes, das die Landschaft verletzt, sondern jenes, das die Landschaft schöner macht, als sie vor Errichtung des Bauwerks war“, hat der US-amerikanische Stararchitekt Frank Lloyd Wright gesagt. Er hat nicht nur das ikonische Guggenheim Museum in New York entworfen, er gilt auch als Wegbereiter und prominenter Vertreter der organischen Architektur. Ihr Ziel ist die harmonische Vereinigung von Kunst und Natur.

Das letzte von ihm gestaltete Haus,das Norman Lykes House in den Phoenix Mountains in Arizona, war die Vollendung seiner Vorgaben. Die Fassade ahmt die Kurven der Berge nach, farblich fügt es sich in die rötlich-braune Umgebung ein. Es wirkt, als sei es aus dem Wüstenboden hervorgekommen.

Minimalistische Häuser, die sich maximal harmonisch in die Landschaft einfügen, sind auch eine Spezialität des kleinen italienischen Design-Studios „THE LINE visualization“. Das Büro mit Sitz in Parma holt sich im Internet mit seinen Visualisierungen tausende Likes ab, wenn es fiktive Häuser in Wüsten, an Küsten oder im Meer zeigt.

Geländer und Türen fehlen

„Die natürliche Umgebung ist sehr wichtig in all unseren Objekten. Sie ist immer präsent und wird oft auch eins mit der Architektur, indem sie diese einnimmt“, erklärt das Kollektiv der . Die Häuser seien so designt, dass sie sich zum Außen hin öffnen. Das Gebäude verliere so seine Funktion eines Zufluchtsortes. „Wir wollen mehr das Gefühl vermitteln, Teil der Welt zu sein.“ Und es fehlen bei den Häusern klassische Architekturelemente wie Geländer oder Türen. „Sie sind in unserer Philosophie nicht notwendig.“

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Some  Where ..., Visualisierung:    Wie toll wäre es wohl, in diesem reduzierten Haus zu wohnen? Geradezu paradiesisch wirkt diese Arbeit.  Das kristallklare Waser umspült einen Meeresfelsen, der wiederum  zu einem markanten Teil des Gebäudes wird

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Cantilevered House, Visualisierung: Freitragend, wie es im Titel  heißt, ist dieses Gebäude, das sich über dem  Wald erhebt. Natur und Architektur stehen  im Wechselspiel  zueinander.  So spektakulär das fiktionale Haus  ist, ohne Landschaft würde etwas fehlen.

THE LINE visualization

Mediterranean House, Visualisierung:   Und noch ein Modell aus der Kreativschmiede „THE LINE visualization“.  Hier haben sie das Haus ins Innere eines mediterranen Landes versetzt. Die Farbe der Wände passt sich an jener des Bodens  an. Der Baum wird Teil der Terrasse

THE LINE visualization

Red minimalism. Sehr reduziert ist dieses Modell.  

Landschaft und Architektur sind für die kreativen Köpfe von „THE LINE visualization“ gleich wichtig. „Und manchmal ist die Natur das Erste, das bei uns auffällt. Die Architektur bleibt eher im Hintergrund“, sagen sie. „Wir wissen, dass einige unserer Projekte in der Realität beschränkt werden würden und wir mit Auflagen zu kämpfen hätten. Aber das ist uns egal. Wir wollen unsere Botschaft verbreiten und gute Architektur machen.“

Eine Botschaft, gepaart mit außergewöhnlicher Architektur vermittelt auch Peter Vetsch mit seinen Erdhäusern. Seit den 1970ern hat er 90 davon ohne rechten Winkel realisiert. Auf minimaler Fläche verstecken diese das maximale Volumen und haben eine überaus gute Energiebilanz.

Peter Vetsch und seine Erdhäuser

Erdhaus, Dietikon (Schweiz):   Der Schweizer Peter Vetsch hat bereits 90 Erdhäuser – wie dieses hier in der Freizeitanlage Chrüzacher – mit organisch fließenden Formen geplant. Sie bestehen aus kuppelförmigen Hüllen, die dann mit einer meterdicken Erdschicht bedeckt werden. Das isoliert, ist ökologisch wertvoll und schaut witzig aus 

Peter Vetsch und seine Erdhäuser

Peter Vetsch und seine Erdhäuser

Peter Vetsch und seine Erdhäuser

Und von der Erde in luftige Höhen. Kreative Köpfe wie Bertil Harström verwirklichen den Traum vom Baumhaus. Und zwar so, dass es permanent bewohnbar und gestalterisch im Dialog mit den Wipfeln steht.

The Bird’s Nest, Harads (Schweden); Dieses Baumhaus im schwedischen Treehotel sieht aus wie ein Adlerhorst.  Es ist mit Holz und  Kiefernzweigen bedeckt.  Das Hotel verspricht, man wird eins mit der Natur. Bertil Harström hat es entworfen, er hat auch ein UFO in den Wald gestellt.  

The UFO, Harads: Fünf Personen passen in die nicht fliegende Untertasse im schwedischen Baumhotel.

The Cabin, Harad's:  Im Baumhotel soll es hier laut Beschreibung am romantischten sein. Das Haus stammt von Mårten and Gustav Cyrén.

Living The Highlife: Das Unternehmen Blue Forest baut extravagante Baumhäuser. Vom Märchenschloss in den Wipfeln bis zum reduzierten Design-Objekt. Ihr „Living The Highlife“ ist explizit ans ernsthafte luxuriöse Wohnen ausgerichtet. Hier gibt es mehrere abgetrennte Bereich zu den unterschiedlichen Lebenslagen und Bedürfnissen. Vom Spielzimmer für Kinder bis zum Party-Raum für Erwachsene.

Naturnah geht auch in der Stadt. Etwa  beim Niamey 2000, einem 1700 Quadratmeter großen Projekt, das die Wohnungsnot in Niamey, der Hauptstadt Nigers, lindern soll. Ungebrannte Erde als Mauerwerk hilft gegen die Hitze und fügt sich gut in die sandige Umgebung ein. Die Architekten von "united4design" ließen sich von vor-kolonialen Städten wie dem früheren Timbuktu inspirieren.

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