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freizeit Fragen der Freizeit
03/09/2021

Wieso wissen die Pflanzen im Frühling, dass sie blühen sollen?

Dinge, die uns im Alltag beschäftigten. Können Blumen eigentlich den Frühling spüren?

von Gabriele Kuhn

Endlich sind sie wieder da: Primel, Krokus – und das Schneeglöckchen. Letzteres gilt als Zeigerpflanze und Vorbote für den Frühling. Nicht vier, sondern zehn Jahreszeiten gibt es laut Phänologie, die sich mit den immer wiederkehrenden Naturerscheinungen befasst. Der Frühling wird in Vorfrühling, Erstfrühling und Vollfrühling eingeteilt – jede Phase hat ihre eigenen Zeigerpflanzen. Dem Vorfrühling wird zum Beispiel auch die Blüte von Hasel oder Märzenbecher zugeordnet. Die Klimaerwärmung führt allerdings dazu, dass sich die Blütezeiten zunehmend verschieben.

Aber wie ist das jetzt – können Pflanzen den Frühling spüren?

„Zunächst sei gesagt, dass es für eine Pflanze enorm wichtig ist, zu entscheiden, wann sie blüht, weil es hier ja um Nachkommen geht. Es sollte weder zu früh noch zu spät sein, ansonsten könnten die Blüten einfrieren oder die Pflanze verpasst den Lebenszyklus, der zur Bestäubung nötigen Insekten“, sagt Jürgen Kleine-Vehn, Leiter des Departments für Angewandte Genetik und Zellbiologie an der BOKU Wien.

Tageslänge und Temperatur

Viele äußere Faktoren können die Blühzeit beeinflussen. „Aber zentral sind hier besonders die Tageslänge und die Temperatur“, sagt der Experte. Bei manchen Blumen ist es ausgerechnet die Winterkälte, die den Startschuss für die Blütenbildung gibt, bei den Zwiebelpflanzen Tulpe, Krokus, Narzisse entsteht eine Vorstufe zur Blüte. Wenn es wärmer wird, beginnt diese weiter auszutreiben. „Die Pflanzen nehmen die Lichtqualität und Temperatur über molekulare Sensoren wahr“, sagt Jürgen Kleine-Vehn. Spezielle Antennen, deren Aktivität das innere Wachstumsprogramm der Pflanzen steuern und so den Blütezeitpunkt bestimmen können. In Obstbäumen tickt gar ein „Wärmezähler“. Erst bei einer bestimmten Summe an warmen Stunden treiben sie aus.

„Pflanzen sind uns Menschen durchaus ähnlich“, sagt Kleine-Vehn. Wie wir verfügen sie über eine Art innere Uhr, die unterschiedlich „tickt“ und zusätzlich bestimmt, wie eine Pflanze auf äußere Einflüsse reagiert. Der feine Unterschied: Die Pflanzen sind jetzt nicht frühjahrsmüde, sondern wachen auf.

Hier schreiben Autoren und Redakteure abwechselnd über Dinge, die uns alle im Alltag beschäftigen.

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