Aus Basilikumlust wird oft schnell Basilikumfrust.

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freizeit Fragen der Freizeit
02/18/2020

Warum verwelkt Basilikum aus dem Supermarkt so schnell?

Fragen der Freizeit ... und Antworten, die Sie überraschen werden.

von Elisabeth Mittendorfer

Unlängst schrieb der geschätzte Kollege B. an dieser Stelle, dass ein Büschel Basilikum zur Grundausstattung einer jeden Küche gehöre. Womit er recht hat. Denn erst ein paar Blätter des Krauts machen Pasta al Pomodoro zu mehr als nur Nudeln mit Tomatensauce. Am besten schmeckt die Gewürzpflanze natürlich frisch geerntet. Um Basilikum stets griffbereit zu haben, lässt der vorausschauende Genießer ein grünes, saftiges Stöckerl aus dem Supermarkt in die Küche oder auf das Fensterbänkchen einziehen. Zumindest in der Vorstellung soll das die Basilikumversorgung bis in alle Ewigkeit sicherstellen.

In der Realität wird die Basilikumlust oft aber allzu schnell zum Basilikumfrust.

Nicht selten lässt die aromatische Staude schon nach wenigen Tagen traurig die Blätter hängen und wandert nach einer Woche in den Mistkübel. Oder man hofft nach der ersten ausgiebigen Ernte, dass sich doch noch neue Triebe bilden. Spätestens, wenn sich zum mitleiderregenden Anblick der grünen Stängel ohne Blattwerk auch noch Schimmel auf der Erde bildet (wahrscheinlich ist das Basilikum einfach nur durstig?!), ist das Schicksal des Stöckchens ebenfalls besiegelt.

Tipps für ein langes Leben

Doch eigentlich müsste es nicht zwingend ein kurzes Leben als Einwegpflanze fristen, wie Birgit Bermann, die mit ihrem Unternehmen „Paradise found“ Pflanzenkonzepte für naturnahe Fensterbank-, Balkon- und Terrassenbegrünung erdenkt, weiß: „Pflanzen sind heute häufig ein Wegwerfprodukt. Dabei ist es viel schöner, wenn man eine Pflanze so behandelt, dass sie gedeiht und man sie laufend abernten kann.“ Da die Stängel in den Töpfchen aus dem Supermarkt laut der Expertin zu eng gepflanzt sind, empfiehlt sie, die Pflanze auseinanderzunehmen und die einzelnen Stängel in einen geräumigeren Topf umzusetzen (halbschattig, Zug vermeiden). Die Blätter sollten nicht einzeln abgerupft, sondern besser ein ganzer Trieb mit Daumen und Zeigefinger abgeknipst werden oder man nimmt eine Schere. Versagt der grüne Daumen dennoch – Basilikum gilt als Diva unter den Kräutern – hilft nur noch eines: Die Reste radikal abernten und Pesto machen.

Hier schreiben Autoren und Redakteure abwechselnd über Dinge, die uns alle im Alltag beschäftigen.