Huge Pile Of Spaghetti On Plate and Twirled Around Fork

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freizeit
02/04/2020

Warum bleiben beim Spaghettikochen immer so viel Nudeln übrig?

Kleine Küche, große Wirkung: Das ist das Rezept von Pasta & Co. Aber warum übertreiben wir es dabei immer?

von Bernhard Praschl

Kleine Küche, große Wirkung. Auf den Punkt gebracht, könnte man genauso  das Erfolgsrezept von Pasta & Co. bezeichnen. Denn mit  nur wenig Zutaten kann hier auch der totale Laie groß aufgeigen. Vor allem, wenn Hunger herrscht.

Wir kennen diese Situation. Für eine aufwendige Kocherei fehlt die Muße – außerdem die Zeit. Wie wäre es also mit Spaghetti? Etwas  Öl, ein paar Zehen Knoblauch und ein Büschel Basilikum gehören sowieso zur Grundausstattung jeder Küche.  Also kaum Aufwand und viel Genuss.Aber wie viel Spaghetti soll ich jetzt in das vor Hitze „tanzende Wasser“ (Sophia Loren) geben? Eine Handvoll wird nicht genügen. Heute sind wir zu fünft, da  nehme ich lieber etwas mehr. Wäre doch zu dumm, ginge wer leer aus. Wie viel „mehr“ aber ist genug?

Ausgangslage: Wir sind hungrig

Betrachtet man die Ausgangslage –  wir sind hungrig – ist das eine durchaus problematische Situation. Das sagt einem schon die Küchenpsychologie. Und auch die Ernährungspsychologin stimmt dem bei. „Gerne beginnen wir zu kochen, wenn wir zu hungrig sind“, erklärt die Wienerin Cornelia Fiechtl und führt aus: „Bei hungrigem Magen überschätzen wir die Portionsgrößen und kochen zu viel.“

Vector illustration set of different types of pasta.

Achtsam Essen

Die Psychologin wurde für ihren Podcast „Achtsam Essen“ gerade für den Deutschen Podcast-Preis nominiert. Zu ihrem Motto zählt „Essen mit Hirn & Genuss“. Und das ist wörtlich zu nehmen. Denn wenn es um unseren Appetit und die Folgen geht, spielt uns unser Gefühl mitunter ein Schnippchen.

Essen, in diesem Fall in großer Runde, wird weitgehend als angenehm empfunden. Vielleicht sogar manchmal doch ein wenig zu angenehm?

„Emotionales Essen führt dazu, dass wir Speisen mit Emotionen wie Wohlgefühl, Besser-Befinden und Glücklichsein assoziieren“, sagt Cornelia Fiechtl. „Eine große Portion steht demnach für ein positives Gefühl – und das wollen wir haben. Ergo stehen wir auf große Portionen.“

Falls also etwas übrig bleibt, kein großes Problem. Dann gibt’s am Tag danach eben eine Nudelsuppe.